Debatte geht weiter

Stoiber und Oettinger pochen auf längere AKW-Laufzeiten

In der Diskussion um den Atomausstieg halten die Landesregierungen von Baden-Württemberg und Bayern weiter an ihrer Forderung nach Verlängerung der Laufzeiten von bestehenden Kernkraftwerken fest. Oettinger (CDU) und Stoiber warnten insbesondere vor Standortnachteilen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart/Berlin (ddp/sm) - Union und SPD streiten weiter über die Zukunft der Atomenergie. Die Regierungschefs von Bayern und Baden-Württemberg, Edmund Stoiber (CSU) und Günther Oettinger (CDU), drangen gestern erneut auf eine Verlängerung der Laufzeiten von bestehenden Kernkraftwerken. SPD-Chef Matthias Platzeck wies die Forderung zurück. "Es bleibt beim Atomausstieg. An dieser Haltung der SPD wird sich nichts ändern", stellte er klar.

Stoiber betonte nach einer gemeinsamen Sitzung der Landeskabinette von Bayern und Baden-Württemberg, sein Land wolle keinen "Ausstieg aus dem Ausstieg". Es sei aber falsch, Atomkraftwerke abzuschalten, ohne genau zu wissen, wie die Energie ersetzt werden soll. Auch Oettinger sagte klar, beide Landesregierungen stünden grundsätzlich hinter dem Ausstieg. Mit längeren Laufzeiten könne aber die Zeit für einen Ausbau der erneuerbaren Energien überbrückt werden.

Oettinger und Stoiber begrüßten die Ankündigung der Energie Baden-Württemberg AG, einen Antrag auf Verlängerung der Laufzeit des Kernkraftwerkes Neckarwestheim I zu stellen, das nach den Ausstiegsplänen in zwei Jahren vom Netz soll. Zudem kündigten sie an, bei dem von der Bundesregierung geplanten Energiegipfel mit einer gemeinsamen Position auftreten zu wollen.

Von Stefan Uhlmann

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