Wichtig oder Tropfen auf den heißen Stein?

Stimmen zu Kyoto: Nicht auf den Lorbeeren ausruhen

Was lange währt, wird endlich gut?! Nach schwierigen und jahrelangen Verhandlungen tritt heute das von 141 Industrieländern - mit Ausnahme der USA und Australien - ratifizierte Klimaschutzabkommen zur Senkung des Treibhausgasausstoßes in Kraft. Damit soll dem gefährlichen Klimawandel entgegen gewirkt werden.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - Heute ist das Kyoto-Protokoll, eine von 141 Industrienationen ratifizierte Klimaschutzverpflichtung, in Kraft getreten. Umweltminister Jürgen Trittin bezeichnete es als "ein Tag zum Feiern". Verschiedene Umweltschutzverbände mahnten bereits gestern weitere Maßnahmen an. Wir haben nachfolgend weitere Stimmen und Meinungen dazu zusammengestellt.

Eberhard Meller, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW): "Die Europäische Union sollte international eine Diskussion anstoßen, ob und wie eine umfassende Beteiligung der internationalen Staatengemeinschaft erreicht werden kann. Dazu gehört auch die Prüfung anderer klimapolitischer Instrumente wie beispielsweise spezifische Emissionsziele. Darüber hinaus muss unbedingt eine Harmonisierung nationaler Instrumente zur Kohlendioxid-Minderung erfolgen."

Reinhard Loske, stellvertretender Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen: "Dies ist ein historischer Tag für den Klimaschutz: Der erste globale Klimaschutzvertrag mit Zielvorgaben für klimaschädliche Treibhausgase wird völkerrechtlich verbindlich. Der erfolgreiche Abschluss der jahrelangen Verhandlungen ist ein großer Sieg für den Multilateralismus, der sich gegenüber unilaterale Blockaden der USA und anderer Staaten durchgesetzt hat. Das Inkrafttreten des Protokolls ist aber nur ein erster, wichtiger Schritt auf dem Weg, die globale Erwärmung auf ein klimaverträgliches Maß zu begrenzen. Es kommt nun darauf an, neue mittel- und langfristige Ziele zu vereinbaren, den Luft- und Schiffsverkehr in den Klimaschutz einzubeziehen sowie die größeren Entwicklungs- und Schwellenländer einzubinden."

SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter: "Der 16. Februar 2005 ist ein guter Tag für den internationalen Klimaschutz. (...) Deutschland kann es gelingen, seinen technologischen Vorsprung in Fragen des effizienten Einsatzes von Energie und anderen Klimaschutzinstrumenten auf den internationalen Märkten geltend zu machen. Wir sollten weiterhin alles daran setzen, den Kyoto-Prozess zum Erfolg zu führen.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Prof. Dr. Wolfgang Methling: "Damit ist eine Basis geschaffen, um gemeinsam noch wirksamer gegen die globale Erderwärmung vorzugehen. Treibhausgase machen nicht an Ländergrenzen halt. Deshalb bedarf es internationaler Anstrengungen zum Schutz des Klimas. Dieser Verantwortung sollten sich auch die USA und Australien stellen, die als Spitzenreiter beim Ausstoß von Kohlendioxid das Kyoto-Abkommen bisher nicht unterzeichnet haben. Besonders die Versäumnisse der Weltmacht USA gefährden die Zukunft des Erdballs."

NABU-Präsident Olaf Tschimpke: "Der erste wichtige Schritt im internationalen Klimaschutz ist mit dem Inkrafttreten von Kyoto getan. (...) Die Vorreiterrolle Deutschlands hat maßgeblich zum Gelingen von Kyoto beigetragen. Umso wichtiger ist es nun, dass sich die Bundesregierung nicht auf ihren Lorbeeren ausruht, sondern mit anspruchsvollen nationalen Klimaschutzzielen weiter Zugpferd des internationalen Klimaschutzes bleibt. Deutschland muss bis zum Jahr 2020 40 Prozent seiner Kohlendioxid-Emissionen einsparen."

Greenpeace: Das Klimaschutzabkommen von Kyoto, das heute in Kraft tritt, ist für die Greenpeace-Jugendlichen erst der Anfang eines wirkungsvollen Klimaschutzes. Die Umweltorganisation fordert: Die Industriestaaten müssen ihre Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent senken. Die USA, die mehr als ein Viertel der weltweiten klimaschädlichen Treibhausgase verursachen, sollen dem Klimaschutzabkommen beitreten. Greenpeace appelliert an alle Staaten, die das internationale Klimaschutzabkommen unterzeichnet haben, weitergehende Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgase jetzt anzupacken.

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