Branchenangaben

Steuern und Abgaben beim Strom so hoch wie nie

Der Strompreis besteht laut Verbandsanalyse mittlerweile zur Hälfte aus Steuern und Abgaben. Das sind rund 45 Euro im Monat für einen durchschnittlichen Haushalt. Stromversorger bieten dennoch unterschiedliche Preise an, da sie die Kosten für Beschaffung und Vertrieb in beliebiger Höhe an den Kunden weitergeben.

Finanzen© WavebreakMediaMicro / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Die Steuern und Abgaben beim Strompreis machen nach Branchenangaben inzwischen 52 Prozent aus. Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichten neuen Strompreisanalyse ermittelte, zahlt derzeit ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Schnitt rund 85 Euro im Monat - ein Euro mehr als im Vorjahr. Davon entfielen allein knapp 45 Euro auf staatliche Steuern und Abgaben wie die Stromsteuer, die Mehrwertsteuer und die Ökostrom-Umlage, mit der der Ausbau von Wind-, Solar-, Wasser- und Bioenergie gefördert wird.

EEG-Umlage könnte sinken

Allein diese Umlage mache bei diesem Beispiel 18 Euro im Monat aus. Allerdings rechnen Experten damit, dass sie im nächsten Jahr längst nicht mehr so stark steigen wird wie zuletzt, womöglich sogar sinkt. Mit der Ökostrom-Reform, die Förderkürzungen unter anderem für neue Windräder vorsieht, soll insgesamt der Strompreisanstieg spürbar gebremst werden. Schon in diesem Jahr gab es meist nur moderate Erhöhungen. Zwar ist die Steuer- und Abgabenlast sehr hoch, aber der Ökostrom hat zugleich die Einkaufspreise an der Strombörse reduziert.

Strompreise variieren

Der durchschnittliche Strompreis beträgt laut BDEW derzeit 29,13 Cent je Kilowattstunde, 6,24 Cent davon macht die Ökostrom-Umlage aus. Bei den Strompreisen der Industrie, die insgesamt weniger Steuern und Abgaben zahlen muss, liege der Preis bei 14,56 bis 15,56 Cent.

Einen Teil des Strompreises legen die Anbieter selbst fest. Das sind unter anderem die Kosten für Beschaffung, Vertrieb und Marge. Deshalb können die Preise unter den Stromversorgern auch so unterschiedlich ausfallen. Wie weit die Preise zum Teil auseinander klaffen und wie viel man deshalb sparen kann, kann mit unserem Stromrechner verglichen werden.

Quelle: DPA

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromvergleich

    Strompreise steigen vielfach zum Jahreswechsel

    Die Strompreise steigen zum neuen Jahr bei vielen Versorgern. Dem Portal Verivox zufolge haben gut 250 Stromanbieter angekündigt, die Preise zu erhöhen. Niedrigere Preise sind dagegen nur bei wenigen Anbietern zu erwarten.

  • Stromvergleich

    Mehrwertsteuer beim Strom: Staat kassiert rund 6 Milliarden Euro

    Strom ist in den letzten Jahren immer teurer geworden. Das liegt aber nicht nur an den Stromanbietern. Einen großen Teil des Strompreises machen nämlich Steuern und Abgaben aus.

  • Steigende Stromkosten

    Deutsche zahlen zweithöchsten Strompreis

    Der Strompreis in Deutschland ist sowohl für die Verbraucher als auch für die Industrie vergleichsweise hoch. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Preise etwa dreimal so hoch liegen wie beispielsweise in den USA. Die Preisentwicklung habe sich vor allem in den letzten zehn Jahren ergeben.

  • Strompreis

    Strompreis in zehn Jahren um 60 Prozent gestiegen

    Der Strompreis ist in den letzten zehn Jahren um rund 60 Prozent gestiegen, zeigt der Verbraucherpreisindex von Verivox. Hauptsächlich sind dafür die Preissteigerungen bei der EEG-Umlage verantwortlich. Ein Teil der Kosten aber ist ganz und gar vom Anbieter abhängig, weshalb sich ein Vergleich gerade jetzt lohnt.

  • Kühlschrank

    Abwrackprämie für den alten Kühlschrank

    Hartz-IV-Empfänger spüren die hohen Strompreise besonders stark. Jenseits komplizierter Reformversuche bei der Ökostrom-Förderung soll ihnen nun mit einer Kühlschrank-"Abwrackprämie" geholfen werden. Dazu wird zunächst ein Stromspar-Check gemacht und wenn ein neuer Kühlschrank eine bestimmte Ersparnis verspricht, wird der Austausch mit 150 Euro gefördert.

Top