Steuererklärung

Steuererklärung: Säumige Bürger sollen Pauschalstrafe zahlen

Die Steuererklärung ist für die meisten ein äußerst nerviges Unterfangen, das viele gerne hinauszögern. Wer sich dabei zu viel Zeit lässt, soll künftig pauschal mit 25 Euro zur Kasse gebeten werden und zwar für jeden Monat, in dem die Unterlagen zu spät beim Finanzamt abgegeben werden.

Steuererklärung© m.schuckart / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Wer seine Steuererklärung nicht innerhalb der vorgesehenen Frist abgibt, muss künftig automatisch 25 Euro Verspätungszuschlag je Verzugsmonat zahlen. Darauf hat sich der Finanzausschuss des Bundestages bei der Beratung über das Steuermodernisierungsgesetz geeinigt. Entsprechende Informationen des Berliner "Tagesspiegels" wurden der Deutschen Presse-Agentur am Wochenende in Fraktionskreisen bestätigt.

Gesetz könnte ab Januar in Kraft treten

Ziel des Gesetzes ist es, bestimmte Abläufe in der Finanzverwaltung zu vereinfachen und durch weitgehenden Verzicht auf schriftliche Belege dafür zu sorgen, dass mehr Bürger ihre Steuererklärung elektronisch abgeben. Der Bundestag soll es am kommenden Donnerstag beschließen, am 1. Januar 2017 soll es in Kraft treten.

Frist bis 31. Mai

Die meisten Steuerpflichtigen müssen ihre jährliche Erklärung bis 31. Mai des Folgejahres beim Finanzamt einreichen. Bisher fallen nicht sofort zusätzliche Kosten an, wenn sie die Frist versäumen. Zudem liegen Zwangsgelder oder Verspätungsaufschläge für säumige Kunden häufig im Ermessen der Steuerbehörden.

Verwaltungsaufwand bei Verspätungszuschlägen minimieren

Die neue Regelung soll laut Gesetzentwurf dazu dienen, den Verwaltungsaufwand zu verringern, der bisher mit "streitanfälligen Ermessensentscheidungen über die Festsetzung von Verspätungszuschlägen" verbunden sei. Im ursprünglichen Entwurf aus dem Finanzministerium waren 50 Euro vorgesehen. Bei der Gesetzesberatung im Bundestag wurde die Summe schließlich halbiert.

Bund der Steuerzahler kritisieren geplante Regelung

Der Bund der Steuerzahler hält den Aufschlag für unangemessen, zumindest in den Fällen, in denen Bürger keine Steuern nachzahlen müssen und sich bisher auch nichts haben zuschulden kommen lassen. "Wenn jemand immer pünktlich abgegeben hat und seine Steuererklärung jetzt ein einziges Mal verschläft, sollte man von einem automatischen Verspätungszuschlag absehen", sagte die Leiterin der zuständigen Abteilung im Verband, Isabel Klocke, dem "Tagesspiegel".

Quelle: DPA

Das könnte Sie auch interessieren
  • Steuern

    Steuererklärung 2017 ohne Belege möglich

    Die elektronische Steuererklärung könnte sich ab 2017 deutlich vereinfachen. Dann müssen Belege nämlich nicht mehr von vornherein eingereicht werden. Ab 2022 ist sogar geplant, dass der größte Teil der Bundesbürger sich einen automatisierten Steuerbescheid im Internet herunterladen kann.

Top