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Stellenabbau bei RWE & Co.: Tausende Jobs fallen weg

Den deutschen Energieversorgern RWE, Eon und EnBW geht es an den Kragen und damit auch seinen Angestellten. Bei allen drei Unternehmen stehen Sparmaßnahmen an, die unter anderem Stellenstreichungen und Gehaltskürzungen nach sich ziehen.

IndexStellenabbau und Tarifverhandlungen: Was erwartet die Angestellten der einst großen Energiegiganten?© Sonia Boukaia-Murari / fotolia.com

Essen/ Düsseldorf - In der Energiewirtschaft steht eine neue Sparwelle mit weiterem Stellenabbau an. Angesichts der anhaltend niedrigen Börsenstrompreise wollen die Unternehmen noch mal die Kosten reduzieren. Hinzu kommen aus Sicht der Unternehmen die drohenden Milliarden-Zusatzausgaben für den "Risiko-Zuschlag" beim Atom-Ausstieg.

RWE will Tarif vorzeitig kürzen

RWE hat bereits Vorgespräche mit den Gewerkschaften über erhebliche Kürzungen des Haustarifs geführt und beruft sich dabei auf den "Krisenparagrafen", der bei "wirtschaftlichen Schwierigkeiten" auch vorzeitige Gespräche vor Ende der Laufzeit erlaubt. "Arbeitgeber fordern minus 25 Prozent - Nein! Nicht mit uns!", protestierte die Gewerkschaft IG BCE Ende Mai auf einem Flugblatt.

Während RWE sich nicht zu den Inhalten der Gespräche äußern will, trommelt die Gewerkschaft gegen mögliche Einschnitte etwa beim Weihnachtsgeld, bei Zulagen und beim Urlaub. Über Jahre erstrittene Leistungen dürften nicht wegen der kurzfristigen Strommarktkrise über Bord geworfen werden, sagte ein Sprecher.

Stimmung bei Verhandlungen ist angespannt und belastet

Am 4. und 5. Juli sollen die Verhandlungen weitergehen. Bisher herrschte laut Teilnehmern eine "angespannte" und "belastete" Stimmung. Dabei sei noch keineswegs klar, ob RWE sich auf eine besondere Notlage berufen und vorzeitig über die Absenkung tariflicher Leistungen verhandeln könne, sagt der Verdi-Funktionär Hans-Peter Lafos, der auch im RWE-Aufsichtsrat sitzt. Eigentlich läuft der Tarifvertrag noch bis zum Jahresende.

Verhandlungen bei Eon noch in dieser Woche

Die Eon-Kraftwerksgesellschaft Uniper verhandelt am 24. Juni in Hannover mit den Gewerkschaften ebenfalls über Kürzungen. Zu den Inhalten nehmen die Teilnehmer keine Stellung. Es dürfte aber wie bei RWE um den Abbau von Tarifleistungen gehen.

Stellenabbau bei EnBW und Vattenfall

Der EnBW-Konzern hat radikal auf die Dauerkrise der Branche reagiert: Die Karlsruher ziehen sich aus dem Großkundengeschäft mit Strom und Gas ganz zurück, weil es kaum mehr profitabel sei. Rund 400 Stellen sollen abgebaut werden, nach Medienberichten könnten sogar noch mehr Jobs betroffen sein.

Vattenfall hat ebenfalls bereits Stellenabbau angekündigt, ohne genaue Zahlen zu nennen. Der schwedische Staatskonzern will sich in Deutschland mit dem Verkauf seiner Braunkohle an die tschechische EPH-Gruppe ohnehin massiv verkleinern.

Zahl der geplanten Entlassungen bei RWE steigt

Beim RWE-Konzern, der immer noch mehr als die Hälfte seines Stroms mit Kohle erzeugt, sieht es besonders schlecht aus. Dass das Unternehmen im Rheinischen Revier in den nächsten Jahren 800 bis 1.000 Arbeitsplätze abbaut, weil fünf Braunkohle-Blöcke in die Klima-Reserve überführt werden, ist lange bekannt. Wegen des dauernden Marktdrucks und Umorganisationen im Braunkohlerevier soll jetzt die Zahl auf 1.600 Stellen im Rheinland bis 2020 und insgesamt 2.300 Stellen inklusive Niederlande und Großbritannien steigen.

Stellenabbau könnte zu Unterbesetzung führen

Weiterer Stellenabbau in der Stromerzeugung ist dabei für RWE arbeitstechnisch schwer umzusetzen. In den Kraftwerken sei die Besetzung ohnehin knapp und es würden reihenweise Überstunden geschoben, heißt es aus Konzernkreisen. Wenn noch einmal erheblich Jobs abgebaut werden müssten, könne das sogar die Schließung eines kompletten Braunkohletagebaus bedeuten, heißt es. Damit könnte der schlechte Börsenpreis womöglich überraschend schnell bewirken, was die erbitterten Proteste von Umweltschützern bisher nicht geschafft haben.

Quelle: DPA

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