Befürchtungen

Steigender Ölpreis könnte Aufschwung bremsen

Die Internationale Energieagentur warnt davor, dass der steigende Ölpreis den Aufschwung in den Industriestaaten zum Erliegen bringen könnte. Der globale Ölbedarf 2010 wird wohl noch einmal um zwei Prozent auf 86,6 Millionen Barrel am Tag steigen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Die Internationale Energieagentur (IEA) hat davor gewarnt, dass steigende Ölpreise den Aufschwung in den großen Industriestaaten zum Erliegen bringen könnten. In ihrem Monatsbericht setzte die in Paris ansässige Organisation ihre Vorhersage für die weltweite Ölnachfrage am Dienstag nochmals um 30.000 Barrel nach oben. Getrieben durch eine unerwartet starke Nachfrage in den USA, im Nahen Osten und in Asien werde der globale Ölbedarf 2010 um zwei Prozent auf täglich 86,6 Millionen Barrel steigen.

Ölmarkt könnte ab 85 Dollar pro Barrel "überhitzen"

Die zuletzt wieder über 80 Dollar pro Barrel (159 Liter) liegenden Ölpreise könnten zusammen mit verschärften Bedingungen bei der Kreditvergabe die Erholung in den Industrieländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) "abwürgen", hieß es in dem Bericht. Es stelle sich die Frage, ob Preise deutlich über einem Bereich zwischen 70 bis 80 Dollar pro Fass nachhaltig seien. Dabei gebe es die Sorge, dass die Ölmärkte bei einem Preis von rund 85 Dollar pro Barrel "überhitzen" könnten.

Öl-Nachfrage ist im Februar um 3,4 Prozent gefallen

Die IEA verwies gleichzeitig darauf, dass auf Basis vorläufiger Daten die Nachfrage nach Ölprodukten in Europa im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,4 Prozent gefallen sei. Dies wecke Zweifel an der "Nachhaltigkeit" der wirtschaftlichen Erholung in Europa, die durch die Industriefertigung und den Export getrieben werde, hieß es in dem Bericht. Mit der Griechenlandkrise gebe es in Europa zudem "ein weiteres Element wirtschaftlicher Unsicherheit".

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