Hohe Rohölpreise

Steht eine neuerliche Öl-Krise bevor?

Die Finanz-Experten der Anlegerzeitschrift "Swiss Financial Report" warnen vor dem zunehmenden Schrumpfen der Ölreserven weltweit. Bislang ging man davon aus, dass die Ölreserven noch etwa 46 Jahre reichen - es könnte aber auch schneller zu Ende gehen. Grund sind zu hohe Rest-Schätzungen sowie eine stetig steigende Nachfrage.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Ascona, Schweiz (red) - In der aktuellen Spezial-Ausgabe der Anlegerzeitschrift "Swiss Financial Report" berichten die Finanz-Experten über das Schrumpfen der Ölreserven weltweit und erläutern, warum die Situation in Zukunft immer dramatischer wird.

Anfang dieses Jahres meldete die Internationale Energieagentur in Paris, dass die weltweiten Ölreserven voraussichtlich nur noch 46 Jahre reichen werden. Es könnte aber auch deutlich schneller zu Ende gehen. Mit ein Grund dafür: der britisch-niederländische Ölgigant Royal Dutch/Shell hat sich gehörig verschätzt und musste die Angaben zu seinen bisher als gesichert geltenden Ölreserven mehrfach nach unten korrigieren. Was bedeuten könnte, dass es deutlich weniger Ölreserven gibt als momentan noch angenommen wird.

Und dabei beträgt die weltweite Ölnachfrage pro Tag aktuell schon 80 Millionen Barrel. Allen voran treibt China den Bedarf in die Höhe, die wieder anziehende US-amerikanische Wirtschaft tut ihr übriges. Dazu kommen weitere Faktoren, die für einen Aufschlag beim Ölpreis sorgen: "Der Hauptgrund für die hohen Rohölpreise ist meiner Ansicht nach die instabile politische Lage im nahen Osten und insbesondere im Irak", meint etwa Dr. Nimr Arab, bis vor kurzem verantwortlich für die Exploration bei Shell-Syrien und derzeit unter anderem in beratender Funktion für den kanadischen Explorer Energy Exploration Technologies tätig, der mit Niederlassungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten vor Ort vertreten ist. "Die Unsicherheiten in diesem so wichtigen Produktionsraum stellen ein hohes Risiko für die Ölvorräte dar."

Obwohl die Ölpreise derzeit auf Rekordniveau notieren, sei das Ende des Aufwärtstrends aufgrund dieser Faktoren nicht in Sicht, so der "Swiss Financial Report".

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