STEAG startet mit Milliarden-Investition in die Zukunft

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Die STEAG AG startet mit einer Milliarden-Investition in die Zukunft: Der Bau des Steinkohlekraftwerks Iskenderun in der Türkei ist beschlossen. Mit rund 3,3 Milliarden DM stellt dieses Projekt das größte in der Geschichte des Unternehmens dar. "Wir wollen die Chancen und Herausforderungen auf dem Weltmarkt als Independent Power Producer (IPP) mit dem Ziel der Wertsteigerung des Unternehmens STEAG weiter nutzen", sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Jochen Melchior anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz kürzlich in Essen.


Die Finanzierung des Steinkohlekraftwerks Iskenderun soll bis Ende Juni abgeschlossen sein. Von den 3,3 Milliarden DM will STEAG rund ein Viertel aus eigenen Mitteln finanzieren. Weitere 75 Prozent werden von einem Bankenkonsortium bereit gestellt, angeführt von der KfW, der Dresdner Bank und der WestLB. Mit Aufnahme der Stromlieferungen stellt sich der Jahresumsatz dieses Geschäftes auf knapp 800 Millionen DM bei einer angemessenen Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Für die Absicherung des investierten Kapitals und der Kredite der Banken werden Staatsgarantien der Bundesrepublik Deutschland sowie Kreditversicherungen der Länder Deutschland, Österreich und Südafrika zur Verfügung gestellt. Grundlage des Projektes ist ein Stromliefervertrag über 20 Jahre mit dem staatlichen türkischen Energieversorgungsunternehmen TEAS. Der Strom wird in US Dollar-äquivalent beglichen. Die Zahlungen sind durch eine türkische Staatsgarantie abgesichert.


Im Geschäftsjahr 1999 verringerte sich der Energieabsatz um 4 Prozent auf rund 26 Milliarden Kilowattstunden. Dieser Rückgang wurde im Wesentlichen durch die Beendigung eines Stromliefervertrages mit einem großen Industriekunden verursacht. RWE Energie und VEW Energie beziehen mittlerweile rund drei Viertel der in STEAG-Kraftwerken produzierten Energie. Damit wird die STEAG-Strategie bestätigt, das Stromgeschäft auch langfristig in enger Allianz mit diesen Großkunden zu betreiben und die Position als zweitgrößter Steinkohleverstromer in Deutschland zu verteidigen. Der Konzern-Umsatz konnte trotz eines erheblichen Preisdrucks im STEAG-Kerngeschäft Kraftwirtschaft gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 2,8 Milliarden DM gesteigert werden. Die Zahl der beschäftigten Mitarbeiter hat durch den erweiterten Konsolidierungskreis, aber auch durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze in den Bereichen IPP-International und Electronic Systems deutlich zugenommen: Mit 4.440 Beschäftigten wurde der Stand zum Ende des Vorjahres um acht Prozent überschritten. Weitere knapp 500 Mitarbeiter sind in nicht konsolidierten ausländischen Gesellschaften beschäftigt, vorwiegend für den Bereich Electronic Systems. Die Hauptversammlung beschloss, den Bilanzgewinn von 45 Millionen DM zur Zahlung einer Dividende in Höhe von 9 DM je 50 DM-Aktie zuzüglich Steuergutschrift in Höhe von 3,86 DM zu verwenden.


Mittelfristig will STEAG den Konzernumsatz auf mehr als 4,2 Milliarden DM steigern, getragen durch das Wachstum im Ausland in den Bereichen IPP International und Electronic Systems. Dies bedeutet ein Umsatzwachstum von jährlich etwa 10 Prozent. Das Ergebnis soll sich im gleichen Zeitraum trotz der nicht kostendeckenden Strompreise in Deutschland mehr als verdoppeln. "Fürwahr eine echte Herausforderung, der wir uns mit dem Slogan "STEAG - The Power Company" stellen", sagte Melchior.

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