Gutachten

Starkstromleitung durch Thüringer Wald nicht notwendig

Der Bau einer neuen Hochspannungstrasse durch den Thüringer Wald im Zuge der vom Energiekonzern Vattenfall geplanten 380-kV-Starkstromleitung von Halle nach Schweinfurt ist nicht notwendig. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das 33 Landkreise, Kommunen und Bürgerinitiativen aus Thüringen und Bayern in Auftrag gegeben hatten.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/sm) - Nach Ansicht des Gutachters Lorenz Jarass sind neue Stromleitungen nicht erforderlich, um die Übertragungsleistung der Hochspannungsnetze zu erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, sei es wirtschaftlich sinnvoller, die Anlagen zu modernisieren.

Mit dem Einsatz von Hochtemperaturseilen und einem sogenannten Leitungsmonitoring ließen sich die Leistungsfähigkeit der bestehenden Anlagen um mehr als das Doppelte steigern. Außerdem wolle Vattenfall die neue Trasse, um zusätzlichen Strom aus konventioneller Erzeugung, beispielsweise aus Kohlekraftwerken, einspeisen zu können, fügte Jarass hinzu. "Dieses Vorhaben konterkariert die Klimaschutzziele der Bundesregierung."

"Wirtschaftlich nicht zumutbar"

Der Neubau einer Trasse lasse sich auch nicht mit einer zusätzlichen Einspeisung von Windenergie in das Netz rechtfertigen, weil die Menge der jährlich eingespeisten Energie zu gering sei. Aus diesem Grund sei die Hochspannungsleitung "wirtschaftlich nicht zumutbar".

Mit der Interessengemeinschaft "Achtung Hochspannung" wenden sich mehrere Bürgerinitiativen seit rund zwei Jahren gegen die Starkstromtrasse durch den Freistaat. Ferner wird ein geplantes Bundesgesetz kritisiert, das den Ausbau von Starkstromleitungen erleichtern soll.

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