Standpunkt: Schwerwiegende Sicherheitsmängel bei AKW’s

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bundestagsfraktionen von SPD und Grünen vor einem "faulen" Kompromiss mit der Atomwirtschaft gewarnt. Nachfolgend veröffentlichen wir eine Pressemitteilung des BUND. Vereinbarungen über langfristige Reaktorlaufzeiten von 30 Jahren und mehr verschärften das Risiko von Störfällen in den Atomanlagen. Bei mindestens sieben deutschen Atomkraftwerken seien größere Störfälle jederzeit möglich. Der Reaktor Biblis A, das AKW Obrigheim, die Reaktoren in Stade, Brunsbüttel, Isar 1, Philippsburg 1 und Krümmel weisen nach BUND-Recherchen schwerwiegende Sicherheitsmängel auf. Deshalb dürften SPD und Grüne mit der Stromwirtschaft keine langfristigen Laufzeiten für Atomkraftwerke vereinbaren.


Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND: "Die Klausur beider Partei-Fraktionen an diesem Wochenende muss jetzt für Klarheit sorgen. Der notwendige Schutz der Bevölkerung vor Strahlenunfällen erfordert das sofortige Abschalten der Atomkraftwerke. Laufzeiten von dreißig Jahren für diese potenziellen Atombomben sind inakzeptabel. Trittin, Fischer und Schröder dürfen sich nicht länger von der Atomindustrie vorführen lassen. Ihre Rede sei nicht länger Ja oder Jein, sondern Nein zu jedem faulen Kompromiss."


Leukämie-Erkrankungen am AKW Krümmel durch möglicherweise ausgetretene radioaktive Partikel, der mangelhafte Schutz vor Erdbeben beim über 20 Jahre alten Atomkraftwerk Biblis, die fehlende Sicherheit am Containment und im Kühlkreislauf beim ältesten deutschen Druckwasserreaktor in Obrigheim und die starke Versprödung des Reaktordruckbehälters beim ebenfalls veralteten AKW Stade müssten zum sofortigen Abschalten führen. Die grundsätzliche Störanfälligkeit der Siedewasserreaktoren an den Standorten Brunsbüttel, Isar-1, Philippsburg-1 und Krümmel stellen weitere potenzielle Gefahren dar. Ein schwerer Unfall mit Kernschmelze in einem der Siedewasserreaktoren führt nach wenigen Stunden zum Durchschmelzen des Sicherheitsbehälters und zur Freisetzung großer Radioaktivitätsmengen. Renate Backhaus: "Falls langfristige Laufzeiten für die Atomkraftwerke vereinbart werden sollten, wird das zu einer trügerischen Sicherheit verführen, die sich die Bundesrepublik niemals leisten darf. Was der Glaube "Es wird schon alles gut gehen" anrichtet, hat vor kurzem der tödliche Atom-Unfall im japanischen Tokaimura deutlich gemacht. Beim Betrieb von Atomanlagen ist nichts gefährlicher als Routine und falsches Sicherheitsdenken. SPD und Grüne werden sich niemals entschuldigen können, wenn es in Deutschland einen Störfall gibt."

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