Standpunkt: Scheinheilige Atomdebatte bei CDU und CSU

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Als scheinheilig und durch nichts zu rechtfertigen hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Forderung von CDU und CSU nach Mitsprache beim Atomausstieg bezeichnet. Die beiden Parteien hätten in sechzehn Jahren Regierungsbeteiligung nichts zur Lösung der Besorgnis erregenden Atommüllprobleme und zur Energiewende beigetragen. Damit hätten sie jede Glaubwürdigkeit verspielt, bei der Suche nach einem Ausweg aus dem entstandenen Entsorgungsdilemma konstruktiv mitwirken zu können.


Walter Jungbauer, Atomexperte des BUND: "Wenn Angela Merkel und Edmund Stoiber jetzt einen angeblich existierenden Entsorgungskonsens beschwören, zeigt das nur, dass die frühere Umweltministerin nichts aus den Castorskandalen gelernt hat. Auch Bayern verschiebt seinen Atommüll am liebsten per Castor in andere Bundesländer. Merkel und Stoiber wollen nur eins: Gefährliche Atomkraftwerke weiterbetreiben und den Strahlenmüll anderen in die Schuhe schieben. Ihr angeblicher Entsorgungskonsens ist nichts als eine Schimäre." Der BUND hält den Vorwurf der Konzeptionslosigkeit in der Atomfrage von Seiten der CDU und CSU gegen die Bundesregierung für ungerechtfertigt. Gerade diese beiden Parteien hätten sehenden Auges und wider besseren Wissens Deutschland in die atompolitische Sackgasse hinein manövriert. Jungbauer: "Wer wie Merkel und Stoiber immer noch glaubt, nicht existierende Endlager lösten das Atommüllproblem und Atomkraftwerke dienten dem Klimaschutz zeigt nur sein ewig gestriges Denken. Ganze Bücherregale voll mit Studien für eine Energiewende beweisen das Gegenteil. CDU und CSU sollten diese erst mal zur Kenntnis nehmen, bevor sie wieder in der Atomdebatte ernst genommen werden wollen."


Der BUND unterstützt Bundesumweltminister Trittin in seiner Ablehnung einer Beteiligung von CDU und CSU an den Atomausstiegsverhandlungen. Der BUND hält den von der Bundesregierung eingeschlagenen Weg zu mehr Energieeinsparung und für eine verstärkte Förderung erneuerbarer Energien für richtig. Dabei gebe es jedoch noch viele Reserven, die es im Sinne eines schnelleren Atomausstiegs zu nutzen gelte.

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