Standpunkt: Klimaschutz-Konzept von Schmold und Schwanhold hat wenig Substanz

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Zum Klimaschutz-Konzept von Hubertus Schmold, Vorsitzender der IG BCE und Ernst Schwanhold, Wirtschaftsminister des Landes Nordrhein-Westfalen zum Klimaschutz (das strom magazin berichtete, bitte lesen Sie hier) erklärt Michaele Hustedt, energiepolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen:


Das vorgeschlagene Konzept zum Klimaschutz ist halbherzig und hat wenig Substanz. Es bietet keine brauchbare Alternative zur Kohlendioxid-Einsparung durch Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Kohlendioxid-Verringerung überschneiden sich mit anderen Vorgaben des Klimaschutzprogramms, so dass insgesamt weniger Kohlendioxid eingespart wird. Die Autoren widersprechen damit einem klaren Beschluss der Bundesregierung. Eine ganze Anzahl von Studien zeigt, dass der Ausbau der KWK eine der wichtigsten und kostengünstigsten Optionen darstellt, den Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern. Eine Verdichtung des Fernwärmenetzes und die Verbesserung des Anlagenparks sind kein Ersatz für einen KWK-Zertifikatshandel, sondern werden dadurch erst möglich.


Ein KWK-Zertifikatshandel wird die Brennstoffzelle mit einschließen und die Einführung dieser Technologie beschleunigen, denn: Die Brennstoffzelle ist KWK. Wie die Anhörung der grünen Fraktion zu dem Thema "Micropower" gezeigt hat, sehen auch die Hersteller von Brennstoffzellen den KWK-Zertifikatshandel als eine zusätzliche Chance.


Das Papier von Schmold und Schwanhold ist geprägt von der Angst, dass Kohle im KWK-Zertifikatshandel keine Chance hat. Dies ist falsch. Moderne Kohletechnologien werden die Effizienzkriterien des Zertifikatshandels erfüllen können. Darüber hinaus werden wir Projekte unterstützen, die auch älteren Kohleanlagen die Modernisierung ermöglichen. Der KWK-Zertifikatshandel ist ein modernes und marktkonformes Instrument zur Verringerung der Kohlendioxid-Emissionen. Ohne ihn ist in Deutschland das
Klimaschutzziel nicht zu schaffen.

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