Standpunkt: BUND, NABU und WWF warnen vor Rückschlag in Schleswig-Holstein

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Einen höheren Stellenwert des Naturschutzes in der Politik, deutliche Fortschritte im Klimaschutz und eine konsequente Umsetzung der europäischen Naturschutzrichtlinien forderten heute die Umweltverbände BUND, NABU und WWF auf einer Pressekonferenz in Kiel. Zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben der Umweltpolitik in Schleswig-Holstein zählen sie auch umfassende Maßnahmen zur Vorbeugung vor Umweltkatastrophen vor der Küste, die praktische Umsetzung des neuen Nationalparkgesetzes und die Stärkung des Nationalpark-Service.


Deutliche Fortschritte verlangen die Verbände beim Klimaschutz. "Ein konsequenter Ausbau der erneuerbaren Energien und der Möglichkeiten zur Energieeinsparung ist das Gebot der Stunde", sagte Jochen Flasbarth, Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU). "Bei der künftigen Energiegewinnung sollten vor allem Solartechnik und Biogaserzeugung eine entscheidende Rolle spielen. Großprojekte wie eine feste Fehmarn-Belt-Querung beurteilen wir in diesem Zusammenhang sehr kritisch. Auch eine Unterstützung der Ökosteuer ist für den Klimaschutz entscheidend, die zudem auch Arbeitsplätze sichert."


Die von CDU und FDP für den Fall der Regierungsübernahme angekündigte Auflösung von Umweltministerium und Umweltakademie, die Aufhebung des neuen Nationalparkgesetzes, die Schwächung des Landesnaturschutzgesetzes, die Abkehr vom sanften Tourismus und eine sogenannte "zehnjährige Pause im Umweltschutz" wurde von den Verbänden scharf kritisiert. "Dies ist der direkte Weg in die umweltpolitische Steinzeit", so BUND-Bundesvorsitzende Dr. Angelika Zahrnt, NABU-Präsident Jochen Flasbarth und WWF-Geschäftsführer Dr. Georg Schwede.


Die Verbände erwarten von allen Parteien, die wichtige Zukunftsaufgabe des Umwelt- und Naturschutzes ernst zu nehmen. Es ist an der Zeit, einen Wettbewerb um die beste Naturschutzpolitik und nicht um die schlechteste zu beginnen. Die Verbände appellieren an die Bürger, bei der Landtagswahl auch die Positionen der Parteien zum Umweltschutz zu berücksichtigen.


(ots)

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