Standpunkt: Atommüll für die ganze Familie

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Greenpeace hat heute morgen ein Großbild-Dia an das Atomkraftwerk im bayerischen Grafenrheinfeld projiziert, um gegen die Billigstromangebote des Bayernwerks zu protestieren. "Atommüll für die ganze Familie - POWERfamily vom
Bayernwerk" stand in riesengroßen leuchtenden Buchstaben am Kühlturm des Atommeilers.


Der Strom, den das Bayernwerk unter den neuen Namen POWERprivate und POWERfamily verkauft, stammt - nach Erkenntnissen von Greenpeace - zu 60 Prozent aus den alten Atomkraftwerken in Grafenrheinfeld, Isar, und Gundremmingen. Greenpeace fordert das Bayernwerk auf, bei seinen Stromprodukten völlig auf Atomstrom zu verzichten. Die Aktion ist die siebte Station der bundesweiten "Projektionstour", mit der Greenpeace vor den Gefahren von Atomstrom warnt und die Verbraucher auffordert, zu einem umweltfreundlichen Anbieter zu wechseln. "Strom aus Atomkraftwerken führt zwangsläufig zu immer größer werdenden Atommüllbergen, für die es weltweit keine Lagerungsmöglichkeiten gibt," sagt Susanne Ochse, Energie-Expertin bei Greenpeace. "Auch wenn das Bayernwerk seinem Strom neue wohlklingende Namen gibt, ist und bleibt es Atomstrom. Billiger Atomstrom hinterlässt nachkommenden Generationen eine strahlende Erbschaft, die sie in den nächsten Jahrzehnten teuer bezahlen müssen."


Jedes Jahr produzieren allein die fünf Atomkraftwerke des Bayernwerks 120 Tonnen hochradioaktiven Strahlenmüll. Weil niemand weiß, wohin mit dem Müll, sollen jetzt neue "Zwischenlager" an den Atomkraftwerksstandorten gebaut werden. Für den Standort Grafenrheinfeld bedeutet das: zusätzlich zum Risiko des Atomkraftwerks soll strahlender Müll aus etwa 35 Jahren Reaktorbetrieb dort gelagert werden. "Diese sogenannten Zwischen-Lager sind reine Augenwischerei", erklärt Susanne Ochse. "Sie können das Atommüll-Desaster nicht lösen. Seit Jahren drückt sich die Atomindustrie um dieses Problem. Auf die unlösbare Frage der sicheren Entsorgung gibt es nur eine Antwort: Atommüll darf gar nicht erst entstehen. Greenpeace fordert alle Stromkunden auf, sich gegen Atomstrom und für einen Wechsel zu einem umweltfreundlichen Anbieter zu entscheiden."


(ots)

Das könnte Sie auch interessieren
Top