Massentauglich

Standardisierung der Prozesse: Netznutzerverbände veröffentlichen eigenen Vorschlag

Die Verbände der Netznutzer VIK, bne, BDI und AFM+E haben in dieser Woche einen eigenen Vorschlag zur Standardisierung von Kunden- und Lieferanten-Wechselprozessen vorgelegt. Es beschreibe - unter Berücksichtigung aller Interessen - ein vereinheitlichtes Verfahren zur Abwicklung der entsprechenden Prozesse.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die vier Verbände AFM+E (Aussenhandelsverband für Mineralöl und Energie), BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie), bne (Bundesverband Neuer Energieanbieter) und VIK (Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft) haben in dieser Woche ihr gemeinsam erarbeitetes "Gesamtdokument über standardisierte Kunden- und Lieferantenwechselprozesse" (KuL-Gesamtdokument) veröffentlicht.

"Diese Ausarbeitung beschreibt erstmalig unter Berücksichtigung aller Marktinteressen ein vereinheitlichtes Verfahren zur Abwicklung der Wechselprozesse als Grundvoraussetzung für einen funktionierenden Massenmarkt", erläuterten die Verbände ihre Initiative. Denn obwohl die Notwendigkeit standardisierter Kunden- und Lieferantenwechselprozesse in einem liberalisierten Elektrizitätsmarkt durchweg anerkannt sei, konnten die Rahmenbedingungen bisher nicht verbessert werden. Auch die vom Bundeswirtschaftsministerium initiierten Best-Practice Empfehlungen hatten sich aufgrund ihres unverbindlichen Charakters nicht ausreichend durchsetzen können.

Da die Verbände der etablierten Elektrizitätswirtschaft bei der Erstellung ihrer Richtlinie "Datenaustausch und Mengenbilanzierung" (DuM-Richtlinie) die Belange der Verbraucher, Netznutzer und Lieferanten weitestgehend unberücksichtigt ließen, haben die Netznutzerverbände nun eine eigene Richtlinie geschaffen. Sie fasse unter Einbeziehung aller Marktinteressen - vom Verteilnetzbetreiber über Softwarehersteller und Lieferanten bis hin zum Kunden - optimierte Prozesse zusammen und biete damit die ideale Ausgangslage für verbindliche Regelungen der Bundesnetzagentur.

Dabei sind sich die Netznutzerverbände sicher, dass bei konsequenter Umsetzung und Anwendung der KuL-Vorschläge ein Massenmarkt möglich wird. Gerade aufgrund der Verkürzung der Fristen auf angemessene Zeiträume seien die aufgezeigten Prozessabläufe in hohem Maße kunden- und verbraucherfreundlich.

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