Wildwuchs eingrenzen

Städtebund begrüßt geplanten Erlass zu Windkraftanlagen

Der Städte- und Gemeindebund NRW (StGB) begrüßt den von der schwarz-gelben Landesregierung angekündigten Erlass zur Einschränkung des Baus von Windkraftanlagen als "Schritt in die richtige Richtung". Der StGB-Beigeordnete Schwarzmann äußerte sich dazu in einem ddp-Interview.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Mit dem Erlass hätten die Kommunen die Möglichkeit, den "Wildwuchs" der Windräder einzugrenzen, sagte der Beigeordnete für Bauen und Umwelt beim StGB NRW, Hans-Ulrich Schwarzmann, der Nachrichtenagentur ddp in Düsseldorf.

An diesem Mittwoch wollen sich die kommunalen Spitzenverbände und weitere Verbände im NRW-Bauministerium treffen, um ihre Einschätzungen zu dem Erlass abzugeben. Nach Ansicht von Schwarzmann handelt es sich bei den Plänen der Landesregierung um einen ausgewogenen Erlass, weil er die Möglichkeiten der Windenergie im Vergleich zu den anderen Energieformen "objektiv einschätzt".

Der Erlass der Landesregierung soll es den Kommunen möglich machen, bei der Regional- und Bauleitplanung den Abstand der Windräder auf 1500 Meter zur nächsten Wohnbesiedlung festzulegen. Zudem soll die Windenergie nicht mehr in Grünzügen genutzt, und für Windräder mit mehr als 50 Metern Höhe soll ein immissionsschutzrechtliches Verfahren vorgeschrieben werden.

Durch den Erlass werden die Möglichkeiten der Reglementierung erweitert. Bereits jetzt hätten die Kommunen aber die Möglichkeit, den Windkraftanlagen Konzentrationsflächen in den Außenbereichen zuzuweisen, betonte Schwarzmann. Geschieht dies, dürfen in den anderen Bereichen keine weiteren Räder errichtet werden.

Nach Ansicht des Beigeordneten ist NRW - obwohl es nicht an der Küste liegt - eines der Bundesländer mit den meisten Windkraftanlagen. Derzeit gebe es rund 2300 Anlagen im Land. In der Vergangenheit sei die Errichtung der Windräder durch garantierte Kilowattpreise "übersubventioniert" worden. Die Idee, neue Energiequellen zu fördern, sei damit eindeutig überzogen worden.

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