Stadtwerke wehren sich gegen Attacken der Verbundunternehmen

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com
Die ostdeutschen Landesgruppen des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) sehen die gerade erst angelaufene Förderung für die umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplung und den langfristigen Ausbau gefährdet. Hintergrund sind neuerliche Attacken der durch ihre Fusionen erstarkten Energieriesen E.ON und RWE gegen die beabsichtigte Förderung. Nach Plänen der Bundesregierung soll der KWK-Anteil an der deutschen Stromerzeugung bis zum Jahr 2010 auf 25 Prozent ausgebaut werden. Die ostdeutschen VKU-Landesgruppen begrüßen die Absicht der Bundesregierung als notwendigen Schritt zur Sicherung des Wettbewerbs und zur Erhaltung einer ressourcenschonenden Strom- und Wärmeerzeugung.


Für die Stadtwerke seien die dezentralen Erzeugungskapazitäten ein bedeutendes Standbein im Wettbewerb, um beim Strombezug nicht vollkommen in die Abhängigkeit der Verbundunternehmen zu geraten, die durch ihre Fusionen nunmehr eine marktbeherrschende Stellung einzunehmen drohten. Die neu entstandenen Energiekonzerne E.ON und RWE kontrollierten bereits über 77 Prozent der Stromabgabe in Deutschland, während die kommunalen KWK-Anlagen gerade 7 Prozent bei der Stromabgabe und einen etwa gleich hohen Anteil bei der Wärmeversorgung abdeckten. Der VKU sieht in dem Vorstoß der beiden Verbundunternehmen einen durchsichtigen Versuch, um unliebsame Konkurrenten in ihre Abhängigkeit zu bringen. Die enormen Überkapazitäten in der Stromerzeugung, die E.ON und RWE gegen die KWK-Förderung anführten, stellten ein direktes Problem der Verbundunternehmen dar. Die Kapazitäten der dezentralen KWK-Anlagen seien hingegen mit den spezifischen Bedürfnissen der Gemeinden gewachsen und auf deren Strom- und Fernwärmebedarf abgestimmt. Die Überkapazitäten in Deutschland und Europa führten jedoch zu Dumpingpreisen beim Strom, wodurch die aufeinander abgestimmte Parallelerzeugung von Strom und Wärme in KWK-Anlagen gefährdet würde. Der Strompreisverfall führe so zu einer Gefährdung der wohl wichtigsten ökologischen Zukunftsoption für eine rationelle Energieverwendung. Im Vergleich zur getrennten Erzeugung von Strom und Wärme lässt sich durch KWK eine Primärenergieeinsparung von bis zu 30 Prozent erreichen. Kein zweiter Prozess weise eine so hohe Energieeffizienz auf. Mit dem Ausstieg aus der Atomenergie würden absehbar nicht nur die beklagten Überkapazitäten abgebaut, sondern auch Ersatzkapazitäten erforderlich. Der Ausbau des KWK-Anteils sei deshalb und auch unter dem Aspekt der Kyoto-Verpflichtungen logischer Folgeschritt des geplanten Atomausstiegs.

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