Ausstieg

Stadtwerke Traunstein verlassen Kraftwerksprojekt Lubmin

Die Stadtwerke im oberbayerischen Traunstein ziehen sich aus dem umstrittenen Steinkohle-Kraftwerksprojekt in Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern zurück. Die rechtliche Lage sei zu unsicher, außerdem könne ein neues Kohlekraftwerk den Bürgern nur schwer vermittelt werden, sagte der Geschäftsführer.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Lubmin (ddp/sm) - Nach einem Bericht der "Ostseezeitung" hat der Investor auf seine finanzielle Beteiligung an dem rund 2,3 Milliarden Euro teuren Bauvorhaben verzichtet.

Geschäftsführer Stefan Will begründete den Schritt mit der gegenwärtigen mangelnden Rechtssicherheit. Zudem gebe es Verzögerungen im Genehmigungsverfahren. "Wir müssten Kapital einsetzen, ohne zu wissen, wann das Kraftwerk gebaut wird", sagte der Manager dem Blatt. Hinzu komme, dass angesichts der ehrgeizigen Ziele des Landkreises Chiemgau, bis 2020 die komplette Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen zu decken, ein Einstieg bei einem Kohlekraftwerk den Bürgern nicht mehr zu vermitteln sei.

Das Genehmigungsverfahren für den Kohlemeiler am Greifswalder Bodden hatte sich immer wieder verzögert. Ursprünglich war der Baubeginn für Dezember 2008 vorgesehen. Gegenwärtig arbeitet der dänische Investor Dong Energy an Projektnachbesserungen, die die Genehmigungsbehörde angefordert hat. Nach Angaben von Projektleiter Peter Gedbjerg bemüht sich Dong Energy über eine Partnergesellschaft weitere deutsche, österreichische und schweizerische Energieversorgungsunternehmen als Partner zu gewinnen.

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