Von Beschaffungskosten abhängig

Stadtwerke sehen sich nicht als Energiepreistreiber

Weil auch die Stadtwerke von den Beschaffungskosten abhängig seien und diese in "angemessener Weise" an die Kunden weitergereicht werden müssten, sehen sich die im VKU zusammengeschlossenen Stadtwerke nicht als Energiepreistreiber. Gleichzeitig rät der Verband, den Boykottaufrufen skeptisch zu begegnen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Köln (ddp/sm) - Die Stadtwerke wehren sich gegen Vorwürfe der Preistreiberei bei Strom- und Gastarifen. Deren Höhe werde letztlich durch die von den Unternehmen nicht beeinflussbaren Beschaffungskosten bestimmt, die in angemessener Weise an die Kunden weitergereicht werden müssten, sagte Michael Schöneich, Hauptgeschäftsführer des 1400 Mitgliedsunternehmen zählenden Verbands der kommunalen Unternehmen (VKU) am Donnerstag in Köln. Auch die Stadtwerke selbst, die bundesweit etwa 50 Prozent der Strom- und Gaskunden beliefern, seien Kunden, die ihrerseits von den Beschaffungskosten abhängig seien.

Schöneich verwies darauf, dass allein 80 Prozent des Strom-Beschaffungsmarktes von den vier großen Versorgen E.ON, RWE, Vattenfall Europe und EnBW dominiert werden. Zwar versuchten die Stadtwerke mit dezentralen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen ein Gegengewicht zu schaffen, um diese Abhängigkeit zu mildern und ein günstigeres Verhältnis zwischen Fremdbeschaffung und Eigenerzeugung zu erreichen, sagte der VKU-Hauptgeschäftsführer. Dies sei jedoch nur begrenzt möglich, zumal sich auch der Einkauf an der Leipziger Strombörse deutlich verteuert habe.

Im übrigen müssten die Energiepreise vor Ort von den zuständigen Landesbehörden bestätigt werden, sagte Schöneich. Sie würden von der Aufsichtsbehörde nur dann genehmigt, wenn die von den Stadtwerken kalkulierten Preise mit Blick auf die Gesamtkosten und die Ertragslage für die Behörden auch nachvollziehbar sind. Den Boykottaufrufen einiger Verbraucherverbände, Preisanhebungen nicht oder nur unter Vorbehalt zu bezahlen, sollten die Kunden laut VKU daher "mit größter Skepsis" begegnen.

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