Beschwerde

Stadtwerke Mainz: Vorwurf überhöhter Preise unhaltbar

Als "unhaltbar" haben die Stadtwerke Mainz den Vorwurf missbräuchlich überhöhter Netznutzungspreise zurückgewiesen. Das Unternehmen will dagegen Beschwerde beim OLG Düsseldorf einlegen und befürchtet eine wesentliche Beeinträchtigung der Versorgungssicherheit. Zudem können das Vorgehen zu einem Personalabbau führen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Erwartungsgemäß hat die Stadtwerke Mainz AG den Vorwurf missbräuchlich überhöhter Netznutzungsentgelte zurückgewiesen. Das Unternehmen will gegen die vom Bundeskartellamt noch vor Ostern veröffentlichte Verfügung Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf einlegen.

Gleichzeitig sahen es die Stadtwerke als erwiesen an, dass sie ihre Preise korrekt berechnet haben. Sie würden zu den niedrigsten in ganz Deutschland gehören. Die vom Bundeskartellamt angestrebte dauerhafte "Deckelung" der Erlöse im Strombereich kann einen erheblichen Rückgang an notwendigen Investitionen zur Folge haben. Auf Dauer kann dies zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Versorgungssicherheit führen, gab der Regionalversorger zu bedenken.

Sollte sich das Bundeskartellamt mit dem Musterverfahren gegen die Mainzer Stadtwerke durchsetzen, wird dies zu einem weiteren gewaltigen Personalabbau in der Energiebranche führen, befürchtet Detlev Höhne, Vorstand der Stadtwerke Mainz.

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