25,1 Prozent

Stadtwerke Lübeck: Dänen mit an Bord?

Es deutet alles darauf hin, dass die Stadtwerke Lübeck 25,1 Prozent an ihrer Tochter Energie und Wasser Lübeck (EWL) an das staatliche dänische Energieunternehmen Dong Naturgas verkaufen werden. Das Angebot liegt mit 148 Millionen Euro weit über dem der Mitbewerber Stadtwerke Hannover und Vattenfall.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Lübeck (red) - Das staatliche dänische Energieunternehmen Dong Naturgas A/S hat einem Bericht der Lübecker Nachrichten zufolge die besten Chancen auf den Erwerb einer 15,1-prozentigen Beteiligung an der Energie und Wasser Lübeck (EWL), einer Tochter der Stadtwerke Lübeck. Das Blatt berichtet jedenfalls von einer nicht-öffentlichen Empfehlung der Stadtverwaltung. Weitere Kandidaten sind die Stadtwerke Hannover und Vattenfall.

Ausschlaggebend für die Empfehlung der Stadtverwaltung ist wohl das strategisch und finanziell überlegene Angebot der Dänen: 148 Millionen Euro - aufgesplittet in Bareinlagen, Sacheinlagen, Dividenden und Energiebeschaffung. Zudem soll zusammen mit der EWL eine Gesellschaft mit Sitz in Lübeck gegründet werden, die Strom und Gas in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern vertreibt. Dong Naturgas beschäftigt in Dänemark, Norwegen und Großbritannien knapp 1000 Mitarbeiter und will jetzt über den Brückenkopf Lübeck auch in Deutschland Fuß fassen, berichten die Lübecker Nachrichten.

Das Angebot der Stadtwerke Hannover und Vattenfall liegt dem Vernehmen nach zwischen 100 und 110 Euro, beide wollen sich aber mittelfristig mit einer 25,1-prozentigen Beteiligung nicht zufrieden geben. Von daher kommt die dänische Dong dem Ziel, die Stadtwerke als eigenständiges Unternehmen zu erhalten, finanziell wie strategisch zu stärken und die Arbeitsplätze zu sichern am nächsten.

Seit April sind die Stadtwerke Lübeck auf der Suche nach einem neuen Partner, weil die geplante Fusion mit E.ON Hanse vom Bundeskartellamt verboten worden war. Die Entscheidung fällt wohl am 25. November in der Bürgerschaft.

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