Verhandlungen

Stadtwerke Leipzig planen Beteiligung an Mibrag-Kraftwerk

Die Stadtwerke Leipzig nehmen den Einstieg in den milliardenschweren Neubau eines Braunkohlekraftwerks der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag) in den Blick. Es gebe entsprechende Gespräche mit der Mibrag, sagte eine Unternehmenssprecherin heute auf ddp-Anfrage. Diese stünden aber noch ganz am Anfang.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Leipzig (ddp-lsc/sm) - Grundsätzlich seien die Stadtwerke daran interessiert, ihre Strom-Produktionskapazitäten auszubauen. Zudem müsse die Beteiligung an einem solch großen Braunkohlekraftwerk ins strategische Konzept passen.

Mibrag-Chef Joachim Geisler sagte der "Leipziger Volkszeitung", man sei mit mehreren Interessenten im Gespräch. Dem Blatt zufolge forderte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) die Stadtwerke auf, eine Beteiligung an einem neuen Mibrag-Kraftwerk zu prüfen. Noch vor rund einem Jahr hatte Jung die Stadtwerke teilprivatisieren wollen, dies scheiterte aber am Votum der Leipziger Bürger.

Die Mibrag sucht seit Jahren einen Partner für den Bau eines neuen Kraftwerks in Profen in Sachsen-Anhalt, bislang jedoch ohne Erfolg. Die Mibrag steht dabei unter hohem Druck, weil ihre bisherigen, veralteten Kraftwerke wegen der hohen CO2-Emissionskosten mittlerweile den Unternehmensgewinn beinahe auffressen. Zudem kündigten die US-Eigentümer URS und NRG Energy an, die Mibrag verkaufen zu wollen. Das Unternehmen beschäftigt rund 2500 Mitarbeiter.

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