Anstieg

Stadtwerke Leipzig kündigen Preiserhöhungen an

Die Stadtwerke Leipzig GmbH erhöhen die Gaspreise zum 1. Dezember um durchschnittlich 18 Prozent. Wegen der weltweiten Entwicklung der Primärenergiepreise sei die Erhöhung notwendig, so Wolfgang Wille, Sprecher der Geschäftsführung. Die Erhöhung der Strompreise zum 1. Januar sei beantragt.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Leipzig (ddp/sm) - Der für die Erdgaspreise maßgebliche Heizölpreis habe sich im Vergleich zum Vorjahr um 27,2 Prozent erhöht. Der Preis für Fernwärme werde zum 1. Januar 2006 durchschnittlich um 17,9 Prozent erhöht. Die zum 1. Januar 2006 geplante Strompreiserhöhung um fünf Prozent haben die Stadtwerke nach eigenen Angaben beantragt.

Für Gas seien die Bezugskosten seit Jahresbeginn um 40 Prozent gestiegen. "Mit der Preiserhöhung um 18 Prozent geben wir an unsere Kunden also nicht die gesamte Kostensteigerung auf der Bezugsseite weiter", erläuterte Wille. Die übrigen Mehrbelastungen werde das Unternehmen durch interne Rationalisierungen auffangen. So sei im Netzbereich der Abbau von 77 Stellen in den nächsten fünf Jahren geplant. "Wir verdienen an der Erhöhung keinen Cent", betonte Pressesprecherin Marion Danneboom.

Den neuen Gaspreis können die Stadtwerke nach Angaben Willes bis zum 31. März 2006 garantieren. Bundesweit einmalig sei das neue Gasangebot "Bestpreis Gas 2.0 Plus". Damit könne sich der Kunde für zwei Jahre gegen Preissteigerungen absichern. Mögliche Preissenkungen gäben die Stadtwerke an die Kunden weiter. Die einmalige Zahlung einer Preisstabilitäts-Prämie zu Vertragsbeginn richte sich nach dem Jahresverbrauch. Bis zu einem Vorrat von 200 Gigawattstunden Erdgas haben die Stadtwerke den Preis nach eigenen Angaben abgesichert.

Für Fernwärmekunden wurde das Produkt "Bestpreis Fernwärme" neu aufgelegt und biete jetzt eine 25 prozentige Entkopplung vom Heizölpreis (HEL) für fünf Jahre, bis maximal 31. Dezember 2010. Dies bedeute, dass 25 Prozent des Fernwärmepreises auf dem bisherigen Niveau festgeschrieben werden und auch bei einem weiteren Anstieg des internationalen Heizölpreises stabil bleiben.

Die Strompreiserhöhung um fünf Prozent ist zum Jahreswechsel geplant. Den entsprechenden Antrag haben die Stadtwerke bei der Energieaufsichtsbehörde im sächsischen Wirtschaftsministerium gestellt. Die Stadtwerke erwarten die Genehmigung für Dezember.

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