Studie

Stadtwerke: Kooperationen mit Augenmaß als Zukunftssicherung

Die große Mehrheit der Bevölkerung bezieht Strom und Gas über die örtlichen Stadtwerke. Der Markt der Stadtwerke steht vor großen Veränderungen: Ein Großteil der Unternehmen rechnet damit, noch in diesem Jahr eine Kooperation einzugehen. Doch nicht alles passt auch zusammen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Frankfurt am Main (red) - Die Kooperationen reichen von Dienstleistungsmodellen über gemeinsame Tochterfirmen bis hin zur Extremform der Kooperation, der Fusion. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC), für die 322 Geschäftsführer und Aufsichtsratsvorsitzende von 278 Stadtwerken befragt wurden.

Wie wichtig das Thema ist, zeigt die Tatsache, dass die überwiegende Mehrheit (72 Prozent) der Stadtwerke Kooperationen noch in diesem Jahr für "sehr wahrscheinlich" oder "wahrscheinlich" hält. Dabei sehen die Unternehmen als wichtigste treibende Faktoren den Kostendruck auf die Netzentgelte (85 Prozent), die steigende Komplexität und Dynamik der Marktes (77 Prozent), aber auch die Wechselbereitschaft der Kunden (51 Prozent). 64 Prozent der Unternehmen geben an, dass "Kooperationen die Stadtwerkelandschaft künftig prägen werden".

Bisher verfolgen die Stadtwerke eine Unternehmensstrategie der weitgehenden Unabhängigkeit - sieht man von der Energieerzeugung ab, sind mehr als 60 Prozent in allen Wertschöpfungsstufen tätig. "Die Unternehmen müssen zueinander passen - ebenso wie ihre Strategien", sagt Ralf Kurtz von PwC. Mögliche Kooperationsfelder zeigt ein Blick auf die Kernkompetenzen: Stadtwerke sind zwar in vielen Feldern aktiv, aber nicht immer liegt hier ihre Kernkompetenz.

Die meist kommunale Eignerstruktur der Stadtwerke und die tiefgehenden Einschnitte, die eine Kooperation mit sich bringt, stehen in großem Widerspruch. Für eine Kooperation müsse allerdings auch die Bereitschaft da sein, "in einigen Wertschöpfungsstufen von Kompetenz und Verantwortung loszulassen", erläutert Kurtz. "Zu starkes Festhalten an der eigenen Identität verhindert, dass sich das volle Potenzial einer Kooperation entfalten kann." Entsprechend geben die befragten Aufsichtsräte häufig auch politische Faktoren als Gründe für gescheiterte Kooperationen an.

Strategische, technische, kulturelle und persönliche Übereinstimmungen sind Voraussetzungen für den Erfolg. Aufallend ist etwa, dass im Erfolgsfall häufig die Unternehmensgröße gleich war. "Es sind es gerade die kleineren Stadtwerke, die auf vergleichbare Unternehmensgrößen achten", ergänzt Kurtz. Die strategische Analyse und die Auswahl des Partners seien von entscheidender Bedeutung. Nicht zu unterschätzen sei auch die Unternehmenskultur der Partner: Bei den erfolgreichen Kooperationen verfügten 70 Prozent der Stadtwerke über vergleichbare Kulturen, bei den erfolglosen Kooperationen waren es lediglich 30 Prozent.

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