Meldung bestätigt

Stadtwerke Kiel übernehmen den Stromvertrieb der ares AG

Die Stadtwerke Kiel haben die Stromsparte der Berliner ares AG übernommen. Die ares Energie direkt GmbH wird als 100-prozentige Tochter der Stadtwerke allerdings ein selbständiges Unternehmen bleiben.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Jetzt ist es amtlich: Wie die stellvertretende Pressesprecherin der Stadtwerke Kiel, Andrea Becker, dem strom magazin mitteilte, hat der Regionalversorger aus dem hohen Norden mit wirtschaftlicher Wirkung vom 1. Mai das Stromkundengeschäft der Berliner ares AG übernommen.


Für die 110 000 ares-Stromkunden und auch die Kunden der ares-Vertriebspartner wird sich zunächst nichts ändern. ares Energie direkt bleibt als 100-prozentige Tochter der Stadtwerke Kiel ein selbständiges Unternehmen mit Sitz in Berlin. Auch die Arbeitsplätze in Berlin seien nicht betroffen, erklären die Stadtwerke. Seit Ende März hatten beide Unternehmen Gespräche über eine Kooperation geführt, wobei sich die komplette Übernahme des Stromgeschäfts ergab. Die Bereiche Wärme, Telekommunikation und Energiedienstleistungen werden von der ares AG selbständig weitergeführt.


Durch die Übernahme der ares-Kunden haben die Stadtwerke Kiel, deren Mehrheitsaktionär der weltweit neungrößte Stromkonzern Texas Utilities (TXU) ist, einen weiteren Vertriebskanal im deutschen Markt hinzugewonnen. Bisher wurden etwa 200 000 Kunden im eigenen Netzgebiet versorgt. Über die Einzelheiten des Vertrages haben die Parteien Vertraulichkeit vereinbart. Die "Berliner Morgenpost" spricht jedoch in ihrem heutigen Artikel von einem 60-Millionen-Mark-Deal. Davon sind nach unbestätigten Informationen der Zeitung 24 Millionen Kaufpreis. Die Stadtwerke hätten sich zudem verpflichtet, die Schulen des Stromanbieters zu übernehmen und stille Reserven an die Gesellschafter auszuzahlen. Auch die Information, dass dem Management das Geschäft "über den Kopf gewachsen ist" und ares-Chef Andreas Rose der Spaß am Strom wegen der schleppenden Liberalisierung vergangen ist, wurden nicht bestätigt.


Da sich für die ares-Kunden durch diese Transaktion nichts ändert, ist der Verkauf der Stromsparte nicht mit den vorangegangenen Pleiten auf dem deutschen Strommarkt zu vergleichen. Wie gut sich die Kieler Stadtwerke auf den bundesweiten Stromhandel vorbereitet haben, bleibt abzuwarten. Bisher war der ehemalige Regionalversorger nicht als bundesweiter Anbieter in Erscheinung getreten. Abzuwarten bleibt auch, wie lange der ares-Strom noch deutschlandweit am günstigsten ist.

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