Entscheidung im Mai

Stadtwerke Herne wollen gesparte Emissionen in Holland verkaufen

Die Stadtwerke Herne wollen schon vor Start des Emissionshandels in Deutschland Zertifikate für den eingesparten Kohlendioxidausstoß zukaufen. Die Minderung ergibt sich aus der energetischen Nutzung des methanhaltigen Grubengases, das durch eine Bohrung in die stillgelegte Zeche Teutoburgia gewonnen wird.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Herne (red) - Als erstes Unternehmen in Deutschland haben die Stadtwerke Herne AG vom Umweltministerium einen "Letter of Endorsement" erhalten. Durch dieses Dokument ist es möglich, projektbezogene Emissionsminderungen in den internationalen Emissionshandel einzubringen. Die Stadtwerke Herne beabsichtigen, die Kohlendioxid-Reduzierungen, die aus der Nutzung von Grubengas aus der Grubengasbohrung am Rande der Teutoburgia-Siedlung entstehen, zu verwerten, um hierdurch weitere umweltschonende Projekte zu finanzieren.

Der Energieversorger will am staatlichen niederländischen Emissionsrechte Ankaufsprogramm "ERUPT 4" teilnehmen, das von der Staatsagentur "Senter" durchgeführt wird. Ob die Kohlendioxid-Zertifikate aus Herne in die Niederlande verkauft werden können, entscheidet sich nach einer abschließenden technischen Prüfung der Anlage durch einen unabhängigen Zertifizierer. Sind diese Hürden genommen, könnten mit Beginn des internationalen Emissionshandels im Jahre 2008 jährlich 50 000 Tonnen Kohlendioxid-Reduktionen aus diesem Projekt verkauft werden. Mit einer Entscheidung ist etwa Ende Mai zu rechnen.

Die Minderung von Kohlendioxid-Emissionen ergibt sich aus der energetischen Nutzung des methanhaltigen Grubengases, das durch eine Bohrung in die erste Sohle der stillgelegten Zeche Teutoburgia gewonnen wird. Es würde sonst ungenutzt in die Atmosphäre entweichen.

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