Stadtwerke Hannover AG: Umsatzerlöse sanken

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Wie erwartet, zeigt das Jahresergebnis 1999 der Stadtwerke Hannover AG erste Auswirkungen des Wettbewerbs. Allerdings haben sich auch die von der Stadtwerke Hannover AG vorausschauend ergriffenen Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung, insbesondere im Bereich der Kostenoptimierung, positiv ausgewirkt. Der liberalisierte Strommarkt mit seinem intensiven Preiskampf sorgte allerdings für einen deutlichen Einbruch der Umsatzerlöse. Trotz neu akquirierter Strommengen, die 1999 rund 334 Gigawattstunden (GWh) betrugen, sanken die Umsatzerlöse um 65 Millionen DM gegenüber dem Vorjahr auf 1.17 Millionen DM. Walter Meinhold, der Aufsichtsratsvorsitzende des Unternehmens, äußert sich trotzdem zufrieden: "Die Stadtwerke Hannover haben bewiesen, dass sie die Kompetenz haben, mit den Risiken des neuen Marktes umzugehen, sie zu beherrschen und entsprechend gegenzusteuern. Damit heben sie sich positiv von anderen kommunalen Energieversorgern ab, bei denen der Wettbewerb bereits intensive Schleifspuren hinterlassen hat."


Die Intensität des Preiswettbewerbes um die privaten Stromkunden überraschte Mitte des Jahres 1999 die ganze Strombranche. Die Strategie der Stadtwerke Hannover, die Privatkunden durch eine glasklare Produktdifferenzierung mit deutlich abgegrenzten Angeboten mit den Namen enercity & more, -care und -go zu bedienen, hat sich ausgezahlt. Dazu Dr. Deppe: "Wir haben uns im Herbst 1999 entschieden, allen Kunden Maßgeschneidertes anzubieten, also Öko- und Normal-Strom, Preissysteme für Viel- und Wenigverbraucher. Als Reaktion darauf wurde uns teilweise vorgeworfen, einen Tarif-Dschungel zu schaffen. Die Reaktionen unserer Kunden zeigen aber, dass die maßgeschneiderten Angebote genau richtig waren: Mit einer Wechselquote von unter 0,5 Prozent liegen wir bei der Kundentreue bundesweit an der Spitze."


Die erwartete Liberalisierung des Gasmarktes wecke bei den Kunden eine ähnliche Erwartungshaltung wie die Öffnung des Strommarktes. Realistisch eingeschätzt wird das Preissenkungspotential beim Erdgas allein schon auf Grund der physikalischen Voraussetzungen wesentlich niedriger ausfallen als beim Strom. Dazu kommt die Bindung an die Ölpreise, die aktuell bundesweit zur Anhebung der Erdgaspreise geführt hat. Eine Umkehr dieser Entwicklung ist derzeit nicht absehbar.


Ende 1999 waren noch 3.026 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den Stadtwerken beschäftigt, das sind 88 Beschäftigte weniger als im Vorjahr. Gemäß dem bis zum Ende 2002 gültigen Vertrag zur Zukunfts- und Beschäftigungssicherung wurden diese Stellen sozialverträglich durch freiwillige Vorruhestandsregelungen abgebaut. Die Ausbildungsquote ist in ursprünglicher Höhe beibehalten worden.

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