Leukämie-Erkrankung

Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen gegen früheren Asse-Betreiber

Nach Medienberichten über die Leukämie-Erkrankung eines früheren Asse-Mitarbeiters ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen den früheren Betreiber des Atommülllagers. Eswerde geprüft, "ob ein Anfangsverdacht auf vorsätzliche Körperverletzung besteht."

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Braunschweig/Wolfenbüttel (ddp/sm) - Es handele sich dabei um ein sogenanntes Vorermittlungsverfahren, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Staatsanwalt Joachim Geyer, am Dienstag der Nachrichtenagentur ddp.

Grundlage für die Vorermittlungen war nach Angaben Geyers ein Bericht der "Braunschweiger Zeitung" vom Montag. Danach ist der frühere Mitarbeiter 1999 an Leukämie erkrankt. Er hatte nach eigenen Angaben von 1987 bis 1990 im Bergwerk Asse gearbeitet und musste unter anderem Lauge in Eimern abtransportieren. "Ich bin überzeugt: Die Asse hat mich krank gemacht", sagte der heute 46-Jährige dem Blatt. Betreiber des Bergwerks war damals das Forschungszentrum GSF, Anfang 2008 benannte es sich in Helmholtz Zentrum München um.

Erst am 14. Januar dieses Jahres hatte die Braunschweiger Staatsanwaltschaft Vorermittlungen zum Atommülllager Asse eingestellt. Der Fraktionschef der niedersächsischen Grünen, Stefan Wenzel, hatte den vormaligen Asse-Betreiber unter anderem wegen unerlaubten Umgangs mit radioaktiven Stoffen angezeigt. Man sei damals zu dem Ergebnis gelangt, dass kein Anfangsverdacht einer Straftat bestehe, sagte Geyer und fügte hinzu: "Seitdem haben wir aber die Augen weiter offen gehalten."

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