Dubiose Verträge

Staatsanwaltschaft ermittelt bei Stadtwerken Schwerin

Dubiöse Verträge in Zusammenhang mit dem Bau von zwei Strom- und Wärmekraftwerken und mysteriöse Wahlkampfspenden beschäftigen derzeit die Schweriner Staatsanwaltschaft. Es geht dabei insbesondere um jährlich 18 Millionen Euro, die die Stadtwerke Schwerin bis 2014 als Miete für die Kraftwerke zahlen müssen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Stadtwerke Schwerin und ihr ehemaliger Geschäftsführer Helmut Eicker sind ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Dabei geht es um Verträge, die im Zuge des Neubaus von zwei Strom- und Wärmekraftwerken in der 90er Jahren abgeschlossen wurden. Der Bürgermeister der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern selbst hat laut einem Bericht von SVZ online um ein Treffen mit der Staatsanwaltschaft gebeten.

Den Bau der beiden Kraftwerke finanzierte eine damals eine Versicherungsgesellschaft mit 130 Millionen Euro. Dafür sollten die Stadtwerke bis zum Jahr 2014 jährlich etwa 18 Millionen Euro Miete zahlen. 1998 wurden die Kraftwerke dann an eine Pool KG verkauft. Seither warten etwa 3600 private Anleger auf die versprochene Rendite von neun Prozent. Laut SVZ online hatte der damalige Stadtwerke-Geschäftsführer Eicker den Vertrag unterzeichnet, ohne das Aufsichtsrat oder Stadtverwaltung informiert wurden. Die Staatsanwaltschaft will nun prüfen, ob diese Umschuldungsverträge satzungsgemäß abgeschlossen wurden und ob sich der ehemalige Geschäftsführer dabei einer Straftat schuldig gemacht hat.

Hinzu kommen Gerüchte über mögliche Wahlkampfspenden aus diesem Firmengeflecht an CDU und SPD.

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