Kältekammer und Fallturm

Spezielle Härtetests sollen Elektroautos sicherer machen

Mit einem Batterietestzentrum im hessischen Offenbach will der Verband der Elektrotechnik (VDE) die Sicherheit von Elektroautos erhöhen. Die Brandgefahr der Fahrzeuge nach schweren Unfällen werde in den bisher üblichen Tests nicht hinreichend untersucht, sagte der Geschäftsführer des VDE-Instituts, Wilfried Jäger, am Donnerstag in Offenbach.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Offenbach/Main (dapd/red) - Auf dem 2.500 Quadratmeter großen Testgelände könnten die Lithium-Ionen-Akkus nun "Härtetests im Grenzbereich" unterzogen werden.

Auch riesige Batterien können gecheckt werden

Die Energiespeicher werden vor Ort in mehr als 50 Einrichtungen auf ihre Sicherheit und Dauerfestigkeit geprüft. Die Anlagen seien so konzipiert, dass sowohl kleinere Batterien für motorisierte Fahrräder (Pedelecs) als auch Lkw-Batterien mit bis zu 400 Kilogramm Gewicht und Abmessungen von 1,20 Meter mal 1,20 Meter überprüft werden könnten, erklärte Jäger.

Kern des Zentrums sei der sogenannte Fallturm. Aus zehn Metern Höhe fallen die Batterien dort mit Endgeschwindigkeiten von rund 50 Kilometern pro Stunde auf den Betonboden. "Eine Kollision mit einem Laternenpfahl lässt sich so simulieren", sagte Jäger. Um den Sicherheitstest zu bestehen, dürften die Batterien anschließend nicht in Brand geraten. Auf anderen Anlagen prüfen die Ingenieure die Quetschsicherheit oder wie sich die Batterien verhalten, wenn ein Metalldorn eindringt.

Batterien müssen standfest sein

Neben der Sicherheit liegt ein Augenmerk auf der Langlebigkeit der Lithium-Ionen-Akkus. Die Zahl möglicher Ladezyklen wird ebenso kontrolliert wie die Auswirkungen äußerer Bedingungen. In einer Kältekammer werden die Batterien beispielsweise einer Temperatur von minus 70 Grad Celsius ausgesetzt, auch unterschiedliche Luftdruckbedingungen fließen in die Beobachtungen ein. "Die Energiespeicher müssen ihre Standfestigkeit unter widrigsten Umständen beweisen", sagte Jäger.

"Die Elektromobilität bietet große Herausforderungen, aber auch Chancen", sagte der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba. Das Testzentrum sei ein wichtiger Schritt, um das Vertrauen in die Sicherheit der E-Fahrzeuge zu stärken.

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