Aufklärungsarbeit notwendig

SPD rechnet mit weiteren "bösen Überraschungen" in der Asse

Die SPD rechnet mit weiteren "bösen Überraschungen" im Atommülllager Asse. Die niedersächsische Landtagsabgeordnete Petra Emmerich-Kopatsch sagte am Mittwoch in Hannover, die Asse sei in der Vergangenheit "nicht wie eine kerntechnische Anlage behandelt" worden.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover/Wolfenbüttel (ddp-nrd/sm) - Am Dienstag hatte das Bundesamt für Strahlenschutz darüber informiert, dass in der Asse bereits seit 1988 ohne Genehmigung mit radioaktiv belasteten Laugen hantiert wurde. Bis dahin war eine solche Praxis lediglich aus der Zeit seit dem Jahr 2005 bekannt gewesen.

Die bisherigen Ergebnisse der Aufklärungsarbeit des BfS zeigten, wie notwendig der von ihrer Partei immer gewollte Betreiberwechsel gewesen sei, sagte Emmerich-Kopatsch. Das Bundesamt hatte die Verantwortung für die Asse zum Jahreswechsel vom Helmholtz Zentrum München übernommen. In dem ehemaligen Salzbergwerk lagern nach offiziellen Angaben rund 126.000 Fässer mit schwach und mittelradioaktiven Abfällen. Nachbarn und Bürgerinitiativen haben aber den Verdacht, dass auch stärker strahlender Müll in der Asse vergraben wurde.

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