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SPD-Politiker: Teures Öl macht erneuerbare Energien rentabler

Öl ist derzeit teuer - und das wird langfristig erneuerbare Energien wirtschaftlicher machen. Davon ist zumindest SPD-Fraktionsvize Michael Müller überzeugt. In den 70er Jahren hätten hohe Ölpreise zur Verbreitung von Kraft-Wärme-Kopplung beigetragen. Vertreter der NRW-SPD sehen teures Öl als Argument für Kohle.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - SPD-Politiker können der Öl-Verteuerung etwas Gutes abgewinnen: Langfristig werde sie erneuerbare Energien wirtschaftlicher machen, sagte SPD-Fraktionsvize Michael Müller der "Berliner Zeitung" (Mittwochausgabe). Investitionen in Wasser, Sonne und Wind würden sich umso eher lohnen, je teurer traditionelle Energieträger seien.

"Natürlich ist ein hoher Ölpreis dabei eine Hilfe", sagte Müller weiter. Schon in den 70er Jahren hätten steigende Ölpreise zur Verbreitung der umweltschonenden Kraft-Wärme-Koppelung beigetragen.

Wenn die hiesige Wirtschaft ihre Wettbewerbsvorteile bei erneuerbaren Energien weiter ausbaue, könnten in den nächsten zehn bis 15 Jahren eine halbe Million neue Arbeitsplätze entstehen. Der Sprecher der SPD-Abgeordneten aus Nordrhein-Westfalen, Hans-Peter Kemper, sieht den Ölpreis hingegen als Argument für die Kohle. "Es zeigt sich, dass wir einheimische fossile Energieträger nicht vernachlässigen sollten", sagte er der Zeitung. Öl stehe nur noch 80 Jahre lang zur Verfügung. "Die deutsche Kohle hält drei Mal so lang", sagte Kemper.

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