Abgase aus Kraftwerk Hürth

SPD fordert Bericht zur geplanten CO2-Pipeline von RWE

Die SPD im Düsseldorfer Landtag fordert von der Landesregierung Auskunft zu den Plänen des Energiekonzerns RWE, am Standort Hürth ein CO2-freies Braunkohlekraftwerk zu errichten und eine CO2-Pipeline nach Schleswig-Holstein zu bauen. RWE hatte das Projekt am Freitag angekündigt.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Einen entsprechenden Bericht müsse die Landesregierung bei der nächsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses präsentieren, sagte SPD-Fraktionsvize Norbert Römer am Montag in Düsseldorf.

RWE-Vorstandsvorsitzender Jürgen Großmann hatte das Projekt am Freitag verkündet. Die Abgase eines Braunkohlekraftwerks, das 2014 in Hürth bei Köln in Betrieb gehen soll, sollen demnach über eine Pipeline transportiert und im schleswig-holsteinischen Untergrund versenkt werden. Ein Raumordnungsverfahren für die Trasse nach Schleswig-Holstein solle "möglichst noch in diesem Jahr" eingeleitet werden. Das Kieler Wirtschaftsministerium hatte indes am Wochenende mitgeteilt, dass schleswig-holsteinische Speicher primär für CO2 aus eigenen Kraftwerken reserviert seien.

Die Entwicklung eines CO2-freien Kohlekraftwerks in Verbindung mit Transport und Lagerung des abgeschiedenen CO2 im industriellen Maßstab sei eine wichtige Option, um Klimaschutz und Versorgungssicherheit zu vereinbaren, sagte Römer. Dabei müsse es höchste Priorität haben, die Sicherheitsfragen bei Transport und Lagerung zu klären. Er kündigte an, die SPD-Landtagsfraktion werde das weitere Verfahren konstruktiv begleiten.

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