In Baden-Württemberg

SPD: Atomaufsicht von Minister Mappus wird nicht Ernst genommen

Die SPD in Baden-Württemberg befürchtet, dass die Atomaufsicht des Landes und der zuständige Umweltminister Stefan Mappus nicht Ernst genommen wird. Grund dafür ist die gestern bekannt gewordene Panne im EnBW-AKW Neckarwestheim, bei der bereits am 27. Juli verseuchtes Wasser in den Neckar gelangt sein soll.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Stuttgart (ddp-bwb/sm) - Die baden-württembergische Atomaufsicht ist nach Ansicht der SPD wirkungslos. Nach der mit erheblicher Verzögerung gemeldeten Panne im Atomkraftwerk (AKW) Neckarwestheim sagte der energiepolitische Sprecher der Fraktion, Thomas Knapp, am Dienstag in Stuttgart: "Ich kann nur staunen, was sich die Atomaufsicht auch unter dem neuen Umweltminister Stefan Mappus (CDU) alles bieten lässt."

Der AKW-Betreiber, der Energiekonzern EnBW, empfinde Vorschriften und Auflagen offenbar als lästig und befürchte nicht, von der Aufsicht an die Kandare genommen zu werden. Mappus werde nicht Ernst genommen, führte Knapp aus.

Am Montag war bekannt geworden, dass am 27. Juli aus Block II des AKW Neckarwestheim bei Wartungsarbeiten eine geringe Menge radioaktiv kontamininiertes Wasser in den Neckar geflossen ist. Eine Gefahr für die Bevölkerung soll nicht bestanden haben. Erst beim Wiederanfahren der Anlage am 18. August hat laut Ministerium eine Messstelle für Radioaktivität im normalerweise nicht radioaktiven Teil eines Dampferzeugers angesprochen.

Von der EnBW wurde der Zwischenfall als "Normalmeldung" eingestuft. Es handelt sich um den dritten derartigen Zwischenfall in Neckarwestheim binnen knapp zwei Jahren.

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