Anlage soll 2005 bereits Fernwärme liefern

Spatenstich für moderne GuD-Anlage im Nürnberger HKW Sandreuth

Das Heizkraftwerk Sandreuth wird auf Gas- und Dampf-Technologie (GuD) umgerüstet - bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 90 Millionen Euro. Gefördert wird die Modernisierung über das Kraft-Wärme-Kopplungs-Modernisierungsgesetz. 2005 geht die Anlage, die jährlich rund 140.000 Tonnen Kohlendioxid einspart, in Betrieb.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Bauarbeiten zur Umrüstung des Heizkraftwerkes Sandreuth (HKW) auf die moderne Gas- und Dampf-Technologie (GuD) können beginnen: Am gestrigen Montag setzten der N-ERGIE Aufsichtsratsvorsitzende und Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly sowie die N-ERGIE Vorstandsmitglieder Herbert Dombrowsky, Werner Juling und Ewald Woste den ersten Spatenstich.

Auf einer Fläche von 50 auf 50 Metern entsteht das neue GuD-Gebäude, das an das bestehende HKW angebaut wird. Als Generalunternehmer verantwortet die ALSTOM Turbinen GmbH, Nürnberg, die Lieferung, Installation und Inbetriebnahme von zwei Gasturbinen plus Abhitzekessel inklusive der zugehörigen Leittechnik, die Umrüstung eines bestehenden Kohlekessels auf Gasfeuerung sowie die erforderlichen gebäudetechnischen Neubauten. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 90 Millionen Euro.

Die Modernisierung sieht vor, dass das Prinzip des bisherigen Heizkraftwerkes, die gleichzeitige Strom- und Wärmegewinnung, weiterhin bestehen bleibt. Eine langfristige Sicherung der Fernwärmeversorgung im Stadtgebiet Nürnberg wird durch den Einsatz der neuen GuD-Technik erreicht. Rund 25 Prozent der Nürnberger Bevölkerung werden derzeit über das 270 Kilometer lange N-ERGIE Fernwärmenetz bei einer Abgabe von 1252 Millionen Kilowattstunden mit Wärme versorgt.

Eine wichtige Voraussetzung für die Wirtschaftlichkeit dieser Umrüstung ist die Förderung des Umbaues über das Kraft-Wärme-Kopplungs-Modernisierungsgesetz. Nach diesem Gesetz werden Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen bis 2010 gefördert, die vor 1990 in Betrieb gegangen und bis 2005 modernisiert worden sind. Die Nürnberger Anlage ist bundesweit eine der ersten von insgesamt 18 Anlagen, für die nach dem neuen Gesetz der Zuschussantrag gestellt wird. Nach dem derzeitigen Zeitplan erfolgt die Inbetriebnahme im ersten Quartal 2005. Zur Heizperiode 2005/2006 soll die neue GuD-Anlage Sandreuth den Dauerbetrieb aufgenommen haben.

Bereits am 19. März diesen Jahres hat die N-ERGIE mit der Ruhrgas AG einen langfristigen Erdgaslieferungsvertrag für das Heizkraft Sandreuth geschlossen. Mit diesem Vertrag sichert sich die N-ERGIE den sicheren und wettbewerbsfähigen Bezug von Erdgas für das Heizkraftwerk in jährlicher Höhe bis zu 2600 Millionen Kilowattstunden. Zur Verdeutlichung, um welche Erdgasmengen es geht: Mit dem Erdgas, das das Heizkraftwerk in einer Stunde beziehen kann, könnten 19 Einfamilienhäuser ein Jahr lang versorgt werden.

Das Gas wird über eine neu zu bauende Erdgasleitung zum HKW Sandreuth transportiert. Die 17 Kilometer lange Erdgasleitung verläuft zwischen Reutles und Nürnberg-Sandreuth. Diese Leitung verstärkt auch das innerstädtische Leitungsnetz der N-ERGIE erheblich und trägt zur Versorgungssicherheit der Kunden bei.

Mit der Umrüstung des Heizkraftwerkes Sandreuth trägt die N-ERGIE auch zur Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes (CO2) in Nürnberg bei. Rund 140.000 Tonnen weniger CO2 wird die neue Anlage emittieren und der Schwefeldioxidausstoß wird jährlich um rund 200 Tonnen auf fast Null gesetzt. Gleichzeitig wird die Stromproduktion mit der neuen Anlage von derzeit 440 Millionen Kilowattstunden verdoppelt.

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