Lieferengpässe wegen Nachfrageboom

Sonnenseite: Solarstrombranche erhöht Jahresprognose

Die Solarbranche rechnet durch das Inkrafttreten des neuen EEG mit einem Marktwachstum auf knapp 300 Megawatt, was in etwa einer Verdoppelung des Vorjahresvolumens entspricht. Durch den Nachfrageboom käme es jedoch insbesondere im Komponentenbereich zu vorübergehenden Lieferengpässen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Nach Angaben der Solarindustrie werden in diesem Jahr in Deutschland deutlich mehr Solarstromanlagen errichtet als bisher erwartet. Pünktlich zum Inkrafttreten des novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) korrigiert die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) deshalb ihre Prognose für 2004 deutlich nach oben. Die Branche rechnet nunmehr mit einem Marktwachstum auf knapp 300 Megawatt, was in etwa einer Verdoppelung des Vorjahresvolumens entspricht. Der Verband führt die erfreuliche Nachfragesteigerung auf eine verbesserte Gesetzeslage und vereinfachte Finanzierungskonditionen zurück.

Die Umsatzerwartung der Branche für das laufende Jahr liegt erstmals weit über einer Milliarde Euro, wovon hauptsächlich das deutsche Handwerk und knapp 50 zumeist mittelständische deutsche Photovoltaikhersteller profitieren. Um der deutlich höheren Nachfrage gerecht zu werden, investiert die Industrie allein in diesem Jahr über 200 Millionen Euro in die Modernisierung und den Ausbau von Solarfabriken am Standort Deutschland. Gekoppelt mit verstärkten Anstrengungen im Bereich Forschung und Entwicklung soll dies 2004 zu etwa 5000 neuen Arbeitsplätzen führen.

Durch den Nachfrageboom käme es jedoch insbesondere im Komponentenbereich (Silizium, Solarglas oder Tedlarfolien) zu vorübergehenden Engpässen. Aufgrund des starken Wachstums der ebenfalls auf Silizium basierten Halbleiterindustrie sowie einer steil anziehenden Nachfrage nach Rohstoffen in Asien werde eine genaue Kapazitätsplanung erschwert, erläutert die UVS die aktuelle Lage. "Wir unternehmen große Anstrengungen, um allen Kundenanfragen möglichst zeitnah gerecht zu werden. Dafür haben wir im ersten Halbjahr 2004 bereits mehr als 60 neue Mitarbeiter eingestellt und massiv in Logistikkapazitäten investiert. Allerdings führen Produktionsengpässe auf Vorlieferantenseite in diesem Sommer zu Lieferverzögerungen", berichtet auch Hans-Martin Rüter, Vorstandsvorsitzender der europaweit tätigen Conergy AG.

"Wir arbeiten derzeit fieberhaft am Ausbau der Solarfabriken. Trotz einer Verdoppelung der Kapazitäten sind zahlreiche Hersteller bereits bis über den Jahreswechsel hinaus ausverkauft", erläutert UVS-Geschäftsführer Carsten Körnig. Die EEG-Novelle garantiere jetzt aber endlich die nötige Planungssicherheit für langfristige Investitionen zum Ausbau heimischer Produktionskapazitäten. Körnig ist sich sicher, dass aus dem derzeitigen Boom ein nachhaltiges Wachstum hervorgehen wird.

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