Länderspiegel

Sonnenenergie in Sachsen und Thüringen mit vielversprechender Perspektive

In den beiden Bundesländern Sachsen und Thüringen stoßen Wasser und Wind als regenerative Energiequellen zunehmend an ihre Grenzen - das macht den Weg frei für die Solarenergie, deren Zeit ab etwa 2010 kommen soll. Sachsen-Anhalt indes steht der Solarenergie abwartend gegenüber.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Magdeburg (ddp-lsa) - Sachsen-Anhalt steht der Solarenergie abwartend gegenüber. Erneuerbare Energien können nur im finanziellen und ökologischen Kontext aller Energieträger gesehen werden, erklärt das Wirtschaftsministerium. Momentan sorgten sie für eine fortwährende Verteuerung der Energie. In Sachsen und Thüringen steht die Solarenergie nach Einschätzung von Experten indes vor einer vielversprechenden Perspektive. "Wasser und Wind als erneuerbare Energiequellen sind in Sachsen an ihre Grenzen gestoßen", sagte der Referatsleiter für gebietsbezogenen Emissions- und Klimaschutz im sächsischen Umweltministerium, Mathias Böttger. "Im Jahr 2010 wird das Zeitalter der Solarenergie anbrechen", sagte Dieter Rötters, Referatsleiter für Erneuerbare Energieträger im Thüringer Wirtschaftsministerium.

"Der Markt für die Gewinnung von Solarenergie ist vorhanden", räumt Klaus Tennstedt vom Referat Energie trotz der abwartenden Position der Landesregierung ein. Er werde in dem Maße größer, in dem sich die Industrie mit der Technik Solarstrom und -wärmegewinnung auseinander setze. "Es gibt Technologien in der Solarenergiegewinnung, die noch nicht vollständig genutzt werden", erklärt Tennstedt. Wenn die Anlagen billiger würden, steige auch die Marktnachfrage.

Es ist nicht ausschließen, dass wir die Solarenergie einmal brauchen werden", spekuliert Tennstedt. Schon jetzt sei der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch des Landes mit 15 Prozent recht hoch. Eine Leistung von 1,5 Megawatt hätten im Jahr 2002 rund 350 Photovoltaik-Anlagen beigesteuert. Mehr als 6000 thermische Solaranlagen seien vorwiegend auf Dächern von Einfamilienhäusern für die Produktion von Warmwasser eingesetzt worden.

In Sachsen wird sich künftig nach Einschätzungen des Umweltministeriums die Menge der erzeugten Solarenergie erhöhen. "Der Anteil der Solarenergie am Energieverbrauch wird aber auch in Zukunft nicht ansteigen", berichtete Böttger. Die Möglichkeiten der Solarstromgewinnung seien in Mitteleuropa schon wegen der schwachen Sonneneinstrahlung begrenzt, sagte Böttger weiter. Man könne Energie daher nur bis zu einer bestimmten Menge aufnehmen. Gemeinsam mit anderen Energiequellen könne die Sonnenenergie jedoch fossile Brennstoffe ablösen, schätzt Böttger.

Das Thüringer Wirtschaftministerium unterstützt den Bau von Solarenergieanlagen mit Investitionsbeteiligungen. "Die Sonne ist für die Erde der Energiespender überhaupt", betont Rötters, andere Energiequellen seien begrenzt. "Die Umwandlung der Sonnenenergie in Wärme und Strom ist für Umwelt und Mensch von Vorteil", erläutert er.

Der Geschäftsführer des Bundesverbandes für Solarenergie, Gerhard Stryi-Hipp, fordert, die Kosten für Solaranlagen zu reduzieren. "Die Technik zur Gewinnung von Solarenergie muss heute weiterentwickelt werden", erklärt er. Nur so könne in 30 Jahren der Anteil an Solarenergie geliefert werden, der in Deutschland benötigt wird. "Solarenergie ist langfristig unverzichtbar für die Energieversorgung in Deutschland", betont Stryi-Hipp.

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