Schwierige Marktlage

Solon erhält Bürgschaft über 146 Millionen Euro

Der Solarmodulhersteller Solon erhält zur Absicherung seiner Restrukturierung eine staatliche Bürgschaft über 146 Millionen Euro. Obwohl die Nachfrage auf dem deutschen Markt zuletzt wieder angezogen hatte, war der Umsatz des Herstellers im Vergleich zu 2008 um 57 Prozent eingebrochen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Greifswald (ddp/red) - Die kombinierte Ausfallbürgschaft sei vom Bund sowie von den Ländern Berlin und Mecklenburg-Vorpommern bewilligt worden, sagte Konzernsprecherin Therese Raatz am Mittwoch in Berlin. Damit sei eine wichtige Voraussetzung für den baldigen Abschluss der Verhandlungen mit kreditgebenden Banken zur Neustrukturierung der Unternehmensfinanzierung gegeben.

Nach Angaben des Finanzministeriums Mecklenburg-Vorpommern übernehmen die drei Partner die Bürgschaft über 80 Prozent eines Kredites. Davon entfallen 48 Prozent auf den Bund, 25,6 Prozent auf Berlin und 6,4 Prozent auf Mecklenburg-Vorpommern.

Solon unterhält gegenwärtig fünf Produktionsstandorte in Österreich, Italien und den USA sowie in Berlin und Greifswald. Insgesamt werden knapp 900 Mitarbeiter beschäftigt. Nach vorläufigen Berechnungen sank der Konzernumsatz im vergangenen Jahr gegenüber 2008 um 57 Prozent auf 354 Millionen Euro. Nach Firmenangaben hatte der Einbruch von Absatzpreisen zu einem Fehlbetrag nach Minderheiten von minus 276 Millionen Euro geführt.

Während vor allem auf dem deutschen Markt die Nachfrage von Endkunden nach Modulen zum Jahresende wieder anstieg, sei das Geschäft mit solarer Systemtechnik für schlüsselfertige Großkraftwerke weltweit eingebrochen, sagte Raatz. "Angesichts der ab Juli 2010 gekürzten Solarförderung registrieren wir in Deutschland wieder eine starke Nachfrage nach Modulen, so dass die Werke in Berlin und Greifswald derzeit ausgelastet sind."

Solon rechnet für 2010 wieder mit einem starken Anziehen der weltweiten Solartechnik Nachfrage. Die Aktie reagierte am Mittwoch mit einem Kurssprung auf die Mitteilung. Gegen 13.30 Uhr gewann das bis Ende September im TecDAX gelistete Papier knapp 13 Prozent auf 6,45 Euro.

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