Verschobene Aufträge

Solarzellenhersteller Q-Cells senkt Prognosen

Der Solarzellenhersteller Q-Cells hat angesichts der Finanzmarktkrise größere Probleme mit seinen Kunden als zunächst erwartet. Das Unternehmen nahm seine erst Mitte November angehobene Prognose für das laufende Jahr und den Beginn des kommenden Jahres zurück - Grund: Abnahmeverschiebungen. Andere Unternehmen wie Roth & Rau, Phoenix Solar und Solarworld bestätigten dagegen ihre bisherigen Vorhersagen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Q-Cells mit Hauptsitz in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) erklärte zur Zurücknahme seiner Prognose: "Aufgrund der Unsicherheiten sowie der schwächeren Marktnachfrage im Zusammenhang mit der Finanzkrise haben eine Reihe von Kunden der Q-Cells in den vergangenen Tagen die Abnahme vereinbarter Mengen in das nächste Jahr verschoben".

Beim Produktionsvolumen im Kerngeschäft rechnet Q-Cells nach eigenen Angaben nun für das laufende Gesamtjahr mit rund 570 Megawattpeak (MWp) und nicht mehr mit 585 MWp. Der Konzernumsatz werde sich auf etwa 1,225 Milliarden Euro belaufen. Zuletzt war das Unternehmen von Erlösen in Höhe von 1,35 Milliarden Euro ausgegangen.

Es werde ein Überschuss von 185 Millionen Euro angestrebt, hieß es weiter. Das sind 30 Millionen Euro weniger als bei der letzten Prognose. Als Reaktion auf die "veränderten Marktgegebenheiten" will Q-Cells, das nach eigenen Angaben etwa 1700 Beschäftigte hat, die Weihnachtstage sowie den Jahreswechsel für Wartungsarbeiten und den Abbau von Überstunden nutzen.

Angesichts der schlechteren Finanzierungsmöglichkeiten sowie der unsicheren Lage auf den Märkten erwartet Q-Cells auch zum Jahresbeginn 2009 eine schwache Nachfrage. Das Unternehmen senkte seine Produktionsprognose für das Gesamtjahr 2009 auf 800 MWp bis 1 GWp. Aufgrund des niedrigeren Produktionsvolumens rechnet Q-Cells auch mit einem unter Umständen niedrigeren Umsatz zwischen 1,75 Milliarden und 2,25 Milliarden Euro. Spätestens ab dem zweiten Halbjahr 2009 werde jedoch wieder mit einer steigenden Marktnachfrage gerechnet und daher mittelfristig mit einem unverändert positiven Trend.

Konkurrenz hält an Zielen fest

Trotz der Prognosesenkung von Q-Cells hält der Wettbewerber Roth & Rau aus Hohenstein-Ernstthal in Sachsen an seinen Zielsetzungen für das Gesamtjahr fest. Das sagte ein Sprecher des ebenfalls im TecDAX notierten Unternehmens. Ende Oktober hatte Roth & Rau den Ausblick zuletzt bestätigt. Demnach rechnet der Konzern für 2008 mit einem Umsatz von mindestens 250 Millionen Euro.

Mit Phoenix Solar und Solarworld bestätigten zwei weitere im TecDAX notierte Unternehmen ihren Ausblick für 2008. »Wir liegen im Plan; es gibt keinen Anlass, unsere Prognose zu senken«, sagte die Phoenix-Solar-Sprecherin Anka Leiner. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einem Umsatz von 380 Millionen Euro sowie einem Ebit von mindestens 33 Millionen Euro.

Der Solarworld-Vorstandsvorsitzende Frank Asbeck sagte, dass der Konzern weiterhin ein Umsatz- und bereinigtes Ebit-Wachstum von mehr als 25 bis 30 Prozent erreichen wolle. Auch für 2009 fühle sich Solarworld mit einer Zielspanne von 25 bis 30 Prozent »sehr wohl".

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