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Solarthermik: Langfristig eine Billion Euro Umsatz möglich

Der weltweite Bau von solarthermischen Kraftwerken bietet für deutsche Unternehmen laut einer Studie ein billionenschweres Umsatzpotenzial. Bis 2050 könnten die Firmen bis zu zwei Billionen Euro erlösen, teilten die Umweltschutzorganisation Greenpeace und die deutsche Sektion des Club of Rome am Donnerstag in Berlin mit.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Weltweit entstünden durch die Technologie allein bis 2050 weltweit bis zu 580.000 Jobs im Kraftwerksbau. Bei deutschen Unternehmen könnten dabei bis zu 246.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Allerdings müssen die nicht zwingend im Inland sein.

Forschungsgelder aufstocken

Vor diesem Hintergrund forderte Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, die Solarthermik-Technologie auch zum Thema des kommenden G8-Gipfels zu machen. Zugleich müsse die Bundesregierung die Forschungsförderung von derzeit 8 Millionen Euro jährlich deutlich aufstocken. Derzeit würden beispielsweise noch immer 130 Millionen Euro für Atomenergieforschung ausgegeben.

Der Studie im Auftrag der Umweltschützer liegen zwei Szenarien zugrunde. In der konservativen Annahme steigt die durch Solarthermik weltweit erzeugte Energie bis 2050 auf 850 Gigawatt, erklärte Peter Viebahn vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie. Dabei ergäben sich für deutsche Firmen Umsatzspannen von 8,4 Milliarden bis 34,4 Milliarden Euro im Zeitraum zwischen 2011 und 2015 bis hin zu maximal 239 Milliarden im Zeitraum von 2046 bis 2050.

Mehr Produktionskapazitäten nötig

In der ehrgeizigen Annahme errechneten die Forscher Erlöse zwischen anfangs 10,2 Milliarden und 41,7 Milliarden bis zuletzt maximal 463,7 Milliarden Euro. 2050 würden in diesem Modell mithilfe der Technik rund 1520 Gigawatt Energie erzeugt, sagte Viebahn weiter. Allerdings müssten die Firmen ihre Produktionskapazitäten dafür drastisch erhöhen.

Der Geschäftsführer des Club of Rome Deutschland, Max Schön, verwies darauf, dass für das Projekt Desertec der sogenannte Energiegürtel der Erde mit der stärksten Sonneneinstrahlung mit "Tausenden Kraftwerken" überzogen werden müsste. Die Desertec Foundation befasst sich mit der Stromgewinnung in Wüstenregionen, etwa in der Sahara.

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