Ästhetische Barrieren

Solartechnik muss besser in Architektur integriert werden

Die Solartechnik muss nach Einschätzung des Rektors der Bauhaus-Universität Weimar, Gerd Zimmermann, besser in die Architektur integriert werden. Bisher sei "die Integration in Stadt, Landschaft, Gebäude und Objekte allenfalls fragmentarisch gelungen", sagte Zimmermann auf dem internationalen Kongress Bauhaus.SOLAR in Erfurt.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/sm) - Besonders hemmend seien immer noch erhebliche ästhetische Barrieren, die durch beispielhafte Projekte durchbrochen werden müssten. Der Chef des Erfurter Solarzellenherstellers PV Crystalox, Hubert Aulich, sagte, er sehe keine prinzipiellen technologischen Hindernisse für die Integration der Solartechnik und Photovoltaik.

Thüringen muss bei Solar-Nutzung aufholen

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) würdigte Thüringen als wichtigen Standort der Solarindustrie. Inzwischen werde ein Zehntel des weltweiten Umsatzes mit Solarzellen und -modulen in Thüringen erwirtschaftet. Im Freistaat hätten sich derzeit 50 Solarfirmen mit 2500 Mitarbeitern angesiedelt. Bis 2010 werde sich die Zahl der Beschäftigten voraussichtlich verdoppeln.

Aulich, der auch Vorsitzender des Vereins SolarInput ist, forderte allerdings mehr Unterstützung für die breite Anwendung der Technologien. Zwar sei Thüringen einer der führenden Hersteller von Solartechnik, aber deren Nutzung im eigenen Land sei "relativ gering". Andere Länder hätten sich viel früher als Thüringen um die Anwendung gekümmert. Aulich verwies auf Projekte wie Solarthermie in Baden-Württemberg und sagte, die Länder müssten die Spielräume viel besser nutzen.

25 Prozent Solarstrom sind möglich

Bisher wird laut Aulich etwa nur ein Prozent des Stroms in Deutschland aus Sonnenenergie gewonnen. Nach seiner Einschätzung könnte dieser Anteil auf 25 Prozent allein durch Installation von Solaranlagen auf Dächern von Wohnhäusern gesteigert werden. Zudem ließe sich dieser Strom im Unterschied zu Strom aus Windkraft ohne Anpassung der Infratruktur in das Stromnetz einspeisen.

Aulich räumte ein, dass die Integration der Anlagen in die bestehende Gebäudesubstanz nicht einfach sei. "Die Anlagen sind rentabel, aber nicht schön", sagte er. Auch Zimmermann sieht vor allem erhebliche ästhetische Barrieren. Sie müssten durch beispielhafte Projekte durchbrochen werden. Im nächsten Jahr werde die Bauhaus-Universität anlässlich des 90. Gründungsjubiläums des Bauhauses Experimentalbauten errichten, in die auch Solartechnik integriert werde. An der Universität selbst würden ein Masterstudiengang für die Anwendung der Solartechnik in der Architektur konzipiert und eine Juniorprofessur "Erneuerbare Energien" eingerichtet.

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