Studie

Solarstromspeicher: Bayern und NRW liegen vorn

Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen sind besonders in den großen Bundesländern beliebt, zeigt eine Studie. Demnach haben die Deutschen in Bayern und Nordrhein-Westfalen 2014 die meisten Anlagen installiert. Die Speicher können einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität leisten.

Solaranlage© Jürgen Fälchle / Fotolia.com

Berlin (red) – Batteriespeicher können ein wichtiger Baustein für die Energiewende in Deutschland sein. In unterschiedlichen Leistungsklassen – von der Hausbatterie mit wenigen Kilowatt Speicherleistung bis zur Zehn-Megawatt-Großbatterie – stehen deutschlandweit immer mehr dezentrale Stromspeicher zur Verfügung. Sie dienen vor allem der Aufnahme von Stromüberschüssen aus Windparks oder Photovoltaikanlagen und leisten damit einen Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes. Die Kombination von Photovoltaik (PV) mit Batteriespeichern findet vor allem in den großen Bundesländern breiten Anklang, berichtet die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE).

Unter den Ländern mit relevanten Zubauzahlen von Speicheranlagen installieren Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg gemessen am Zubau von PV-Anlagen die meisten Batteriespeicher. In absoluten Zahlen liegen Bayern und Nordrhein-Westfalen vorn. Das ergeben die neuen Daten des Speichermonitorings der RWTH Aachen im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Über 10.000 neue Batteriespeicher im vergangenen Jahr

Unter den Ländern mit relevanten Zubauzahlen lag demnach Niedersachsen im Jahr 2014 mit 16,3 Prozent auf Platz eins. An zweiter Stelle folgt Nordrhein-Westfalen mit 16 Prozent, an dritter Stelle Brandenburg mit 15,6 Prozent. Der deutschlandweite Durchschnitt lag bei 13,4 Prozent. Bremen und Berlin liegen zwar beim Anteil der neuen Solarstromanlagen mit Speicher an der Spitze. Allerdings kamen hier nur 31 bzw. 84 neue Batteriespeicher hinzu.

In absoluten Zahlen ist der Freistaat Bayern mit einem Zubau von 3.024 Speichern im Jahr 2014 führend, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 2.001 und Baden-Württemberg mit 1.525. Insgesamt kamen in Deutschland 2014 genau 10.111 neue Batteriespeicher hinzu.

Speicheranlagen zur Netzstabilisierung

PV-Anlagen mit Batteriespeicher können zunehmend auch Systemdienstleistungen anbieten, beispielsweise die Frequenz des Stromnetzes stabil halten. Rund 400.000 Solarstromanlagen haben bereits ein Update erhalten, so dass sie sich bei einer erhöhten Netzfrequenz schrittweise vom Netz trennen. Die Netzbetreiber können Erneuerbare-Energien-Anlagen außerdem vorübergehend abregeln, wenn die Netzkapazitäten nicht ausreichen, um den Strom abzutransportieren. Das ist das sogenannte Einspeisemanagement. Alternativ können Anlagen von vornherein auf 70 Prozent der maximal möglichen Leistung begrenzt werden. Der Rest kann selbst verbraucht oder gespeichert werden. Photovoltaikanlagen, die mit einem staatlich geförderten Batteriespeicher kombiniert sind, müssen ihre Einspeiseleistung sogar auf maximal 60 Prozent drosseln.

Dauer der Stromausfälle hat abgenommen

Die Systemstabilität in ihrer gewohnten Qualität beizubehalten, ist eine zentrale Herausforderung der Energiewende. Deutschland besitzt auch mit einem erneuerbaren Anteil an der Stromerzeugung von aktuell 28 Prozent eines der sichersten Stromnetze der Welt: Die Dauer der Stromausfälle war im Jahr 2014 so niedrig wie noch nie, so die Agentur. Nach aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur war die Stromversorgung in Deutschland im Schnitt nur für zwölf Minuten unterbrochen. Im Vorjahr waren es noch über 15 Minuten und im Jahr 2006 sogar rund 22 Minuten. Im Vergleich dazu fällt der Strom in den Vereinigten Staaten im Durchschnitt mehrere Stunden aus.

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