Rückschläge

Solarindustrie bleibt trotz sinkender Nachfrage optimistisch

Die deutsche Solarbranche ist trotz Berichten über eine bevorstehende Pleitewelle optimistisch. Das erste Halbjahr sei zwar schwierig gewesen, aber inzwischen sei ein deutlicher Anstieg der Nachfrage im Inland zu beobachten, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, Carsten Körnig, am Dienstag im Deutschlandfunk.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Köln (ddp/red) - Zwar habe sich der lange Winter ebenso auf die Branche ausgewirkt wie die Finanzkrise und das Wegbrechen des wichtigen spanischen Marktes, aber nun rechne Körnig wieder mit einem Absatzplus bis zum Ende des Jahres. 2010 werde beispielsweise in den USA ein regelrechter Boom für die Solarindustrie erwartet. Körnig zeigte sich optimistisch, dass die deutschen Firmen im harten Wettbewerb mit der asiatischen Konkurrenz gut aufgestellt seien.

Konkurrenz für deutsche Solarindustrie

Die "Financial Times Deutschland" hatte am Montag unter Berufung auf Branchenexperten von einer bevorstehenden Pleitewelle in der Branche berichtet. Obwohl Deutschland der weltweit größte Wachstumsmarkt für Solaranlagen sei, brächen der Branche Umsätze und Gewinne weg, hatte es geheißen. Zwar sorgten üppige staatliche Einspeisevergütungen für einen Nachfrageboom, profitieren würden allerdings zunehmend Konkurrenten der deutschen Hersteller aus Asien, vor allem aus China.

"Ein großer Teil der deutschen Solarzellen- und modulhersteller wird nicht überleben", sagte UBS-Analyst Patrick Hummel dem Blatt. Auch andere Experten warnen. "Die asiatischen Zell- und Modulhersteller werden die deutschen verdrängen - außer die deutschen produzieren zukünftig ebenfalls in Asien", sagte die Chefredakteurin der Fachzeitschrift "Photon", Anne Kreutzmann, der Zeitung. Auch der Leiter des Solarprüfzentrums beim TÜV Rheinland, Wilhelm Vaaßens bestätigte dem Blatt diese Einschätzung: "Da ist eine starke und potente Konkurrenz entstanden."

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