Keine gute Idee

Solarforschung: Deutschland kürzt, Japan erhöht den Etat

Die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft ist besorgt darüber, dass der Solarstandort Deutschland ins Hintertreffen geraten könnte. Während Japan die Mittel für den Forschungsetat auf 230 Millionen Mark erhöht hat, wurde er in Deutschland auf 55 Millionen gekürzt.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Solarstandort Deutschland könnte gegenüber Japan entscheidend ins Hintertreffen geraten. Das befürchtet die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) angesichts der Streichungen der rot-grünen Bundesregierung im Solarforschungsetat und der gleichzeitigen Mittelerhöhungen durch die Regierung des Weltmarktführers Japan. Während die Bundesregierung die Gelder für die Erforschung der Solarenergie im nächsten Jahr um fast 36 Millionen Mark auf 55 Millionen Millionen Mark kürzen will, steigerte die japanische Regierung die Mittel um 90 Millionen auf 230 Millionen Mark. Am kommenden Freitag will der Haushaltsausschuss des Bundestages über die Mittelkürzungen entscheiden.

Sollten die Streichungen Bestand haben, stünden zahlreiche Forschungsprojekte vor dem Aus. "Die meist kleinen und mittelständischen Unternehmen der Solarbranche sind nicht in der Lage, die Grundlagenforschung alleine zu finanzieren", schätzt UVS-Geschäftsführer Carsten Körnig die Situation ein. Die Konkurrenzfähigkeit deutscher Solarprodukte werde dadurch gefährdet. Zudem drohe der Industrie in naher Zukunft ein Fachkräftemangel. Bislang konnten viele Firmen auf das Know-How von Mitarbeitern zurückgreifen, die zuvor in den Forschungsinstituten beschäftigt waren. "Deutschland gefährdet die Eintrittskarte in einen der weltweit größten Zukunftsmärkte", so Körnig weiter. Eine kürzlich veröffentlichte Greenpeace-Studie prognostiziert der Photovoltaik-Industrie jährliche Wachstumsraten von zwischen 27 und 34 Prozent und 2,3 Millionen Jobs weltweit.

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