Verbot auf EU-Ebene

Solarfirmen willen sich mit Cadium-Verbot gegen Billig-Konkurenz wehren

Führende Firmen der europäischen Solarindustrie wollen sich mit einem Verbot von Cadmium in der EU für den Bau von Solarzellen gegen Billigkonkurrenz zur Wehr setzen. Die EU solle beim Verbot des giftigen Schwermetalls für die Solarbranche künftig keine Ausnahme mehr machen, fordern die Unternehmen der Solarbranche.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Dies forderte eine Gruppe von Unternehmen in einem Schreiben an die EU-Kommission. Zu der Gruppe gehören fast ausschließlich deutsche Solarhersteller. Bei der anstehenden Neuauflage der Richtlinie zur Verwendung gefährlicher Stoffe in Elektrogeräten solle die Solarindustrie vom Cadmium-Verbot künftig nicht mehr ausgenommen werden, wie aus dem Positionspapier der Solarunternehmen hervorgeht, das der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag.

Könne die Branche auch weiter die giftige Substanz verwenden, "würde bis 2020 eine unkontrollierbare Menge mehrerer tausend Tonnen toxischer Schwermetalle in Fotovoltaik-Produkten über die ganze Europäische Union verteilt werden", hieß es in dem Schreiben.

Schwermetalle in Billig-Solarzellen

Zu den Unterzeichnern des Positionspapiers gehören mehrere deutsche Solarhersteller, darunter Solarworld, Bosch und Wacker Chemie sowie die norwegische REC. Die Unternehmen stehen eigenen Angaben zufolge für 40 Prozent der europäischen Produktion von Modulen und Zellen sowie für 90 Prozent der Produktion mit dem als ungefährlich geltenden, aber teureren Stoff Silizium. Das Positionspapier wurde in der vergangenen Wochen bei einer Gesprächsrunde des liberaldemokratischen britischen Europaparlamentariers Chris Davies vorgestellt, wie ein Solarworld-Sprecher sagte.

Schwermetalle in der Produktion von Solarzellen wie Cadmium setzt vor allem der weltgrößte Hersteller ein, die US-amerikanische First Solar, wie "Die Welt" (Montagsausgabe) berichtete. First Solar produziert auch in Deutschland. Mit Cadmium können Solarzellen vergleichsweise günstig hergestellt werden.

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