Solarenergie-Förderverein: Von einer Überförderung kann nicht die Rede sein

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. hat eine Hotline eingerichtet, unter der sich Solarinteressenten kostenlos über die neuen Förderbedingungen nach Verabschiedung des EEG im Bundestag beraten lassen können. Über diese Hotline erfuhr der Solarenergie-Förderverein kürzlich auf telefonische Anfrage, dass bei der gesetzlich vorgesehenen Zahlung von 99 Pfennig pro Kilowattstunde eine Fortsetzung des 100.000 Dächerprogramms mit den heute geltenden Bedingungen (100 Prozent Kreditumfang, zwei tilgungsfreie Anfangsjahre und Erlass der letzten zwei Halbjahrestilgungen) nicht mehr möglich ist, da das eine Überförderung darstellen würde. Der Solarenergie-Förderverein distanziert sich jedoch von dieser unzutreffenden Auskunft und macht darauf aufmerksam, dass von einer Überförderung nicht die Rede sein kann. "Das Gegenteil ist der Fall!"


Unter den in der Elektrizitätswirtschaft geltenden Wirtschaftlichkeits-Bedingungen, die letztmalig am 25.01.2000 von der Strompreisaufsicht im NRW-Wirtschaftsministerium bestätigt wurde, liegt auch im Jahr 2000 der durchschnittliche Erzeugungspreis für Solarstrom bei 1,76 DM pro Kilowattstunde. Die erhoffte zusätzliche Förderung durch ein ungekürztes 100.000 Dächer-Programm würde den vom Anlagenbetreiber zu zahlenden Preis von 1,76 DM/kWh auf 1,15 DM/kWh reduzieren. Der Betreiber müsste noch 16 Pfennig pro Kilowattstunde draufzahlen. Der Solarenergie-Förderverein dazu: "Eine Kürzung des 100.000 - Dächer-Programms würde die Wirtschaftlichkeit von Solarstromanlagen weiter verringern." Er hält es nicht für zielführend, wenn "Angehörige der Solarszene durch Schönrechnen von PV-Anlagen die Forderung nach einer echten kostendeckenden Vergütung für Solarstrom aufweichen."


In einer Reaktion auf die Anmerkungen des Solarenergie-Fördervereins stimmte Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft mit den Wirtschaftlichkeitsberechnungen, wie sie von der Strompreisaufsicht im NRW-Wirtschaftsministerium bestätigt wurde, überein. Nach eigenen Angaben versucht der Verband seit Monaten über eine intensive Lobbyarbeit eine Kostendeckung bzw. wirtschaftliche Betriebsführung von Solaranlagen durch das EEG und die Kombination mit dem 100.000 Dächer-Programm (HTDP) herzustellen. Die Bemühungen zur Kumulation der 99 Pfennig-Vergütung mit dem Bundeswirtschaftsministerium dauern an. Ziel dabei sei es, möglichst für alle potentiellen Antragsteller folgende Konditionen herbeizuführen: 100 Prozent Kreditumfang, zwei tilgungsfreie Anfangsjahre, Erlass der letzten zwei Halbjahrestilgungen und Nullzins.


Nach Angaben der Unternehmensvereinigung zeichnet es sich ab, dass zumindest für private Endverbraucher die Bemühungen Erfolg haben könnten. Selbstverständlich sei zu keinem Zeitpunkt die Rede von einer vermeintlichen Überförderung, denn eine solche ist zu keinem Zeitpunkt zu erwarten. In diesem Sinne handelte es sich bei der Auskunft der Hotline offensichtlich um ein Missverständnis oder Darstellungsproblem einer der Mitarbeiterinnen, das sich nach einem ausführlichen Briefing gewiss nicht wiederholen wird.

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