Erheblicher Schaden

Solarbranche warnt vor zu schnellem Abbau der Förderung

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hat die Bundesregierung vor einer zu schnellen Absenkung der Solarstromförderung gewarnt. Ansonsten seien 50.000 Arbeitsplätze in der Branche in Gefahr. Die Grünen warnten vor einem "erheblichen Schaden" für die Branche.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - "Eine zusätzliche Reduktion der Fördersätze für Photovoltaikanlagen im zweistelligen Prozentbereich noch in diesem Jahr würden große Teile der deutschen Solarwirtschaft nicht überleben", erklärte der BSW-Solar am Freitag in Berlin.

BSW-Solar-Präsident Günther Cramer warnte, über die bereits gesetzlich festgelegten Förderabsenkungen hinaus sei kurzfristig kein Spielraum mehr für Reduktionen im zweistelligen Prozentbereich. Auch bei starkem Marktwachstum dürfe die Förderung jährlich um maximal 14 Prozent sinken. Damit bleibe für diesen Sommer ein Spielraum für eine zusätzliche Absenkung der Fördersätze in der Größenordnung von fünf Prozent, erklärte Cramer. Er forderte den "Rückhalt der Politik und eine zuverlässige Förderpolitik mit Augenmaß". Der Branchenverband sieht 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland in Gefahr.

Regierung will Solarförderung zügig kürzen

Das Bundesumweltministerium hatte am Mittwoch mit Solarunternehmen und Verbraucherschützern über eine Kürzung der Solarförderung beraten. Zu Jahresbeginn war die Förderung für neue Solarstromanlagen um zehn Prozent gekürzt worden, Anfang 2011 ist eine weitere Kürzung um zehn Prozent geplant. In der Diskussion ist nun offenbar, die Vergütung bereits im April erneut um 16 Prozent zu senken, wie das "Handelsblatt" am Freitag unter Berufung auf Teilnehmerkreise berichtete. Die Vorschläge des Umweltministeriums für die künftigen Regelungen werden in der kommenden Woche erwartet.

Grüne warnen vor zu schneller Senkung

Auch die Grünen warnten vor einer zu raschen Absenkung der Subventionen. Kürzungen von 16 bis 17 Prozent zusätzlich würden der deutschen Solarwirtschaft erheblichen Schaden zufügen und seien für die meisten deutschen Unternehmen nicht zu verkraften, erklärte der energiepolitische Sprecher der Grünen, Hans-Josef Fell, am Freitag in Berlin. Verbraucherschützer fordern hingegen massive Streichungen bei der Solarförderung, da die Kosten auf alle Stromverbraucher umgelegt werden.

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