Premiere

Solaranlage auf ehemaliger Mülldeponie installiert

In Luckenwalde ist erstmals in Brandenburg eine Solaranlage auf einer ehemaligen Mülldeponie installiert worden. Mit diesem Projekt sei ein "ausgesprochen zukunftsweisendes Konzept" verwirklicht worden, sagte Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) am Donnerstag in Potsdam.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Luckenwalde (ddp/red) - Es sei ein neuartiges Nutzungskonzept für renaturierte Deponien. Die neue Anlage kann nach Angaben des Ministerpräsidenten künftig rund 1900 Haushalte mit Energie versorgen.

Das Projekt wurde in Kooperation mit regionalen Herstellern von Solarmodulen und Betreibern von Solarkraftwerken realisiert. Nach Angaben der Regionalen Entsorgungsservice & Transport GmbH (REST), die Bauherr der Solaranlage war, wurde eine Fläche von 2,9 Hektar bebaut und rund 9000 Solarmodule installiert. Den Angaben zufolge können jährlich rund 5,6 Millionen Kilowattstunden Energie produziert werden. "Die Nachnutzung von stillgelegten Deponieflächen wird in Zukunft deutschlandweit an Bedeutung gewinnen", sagte Lutz Petzold von REST.

In diesem Zusammenhang lobte der Ministerpräsident die enge Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und den beteiligten Unternehmen. Dies sei ein weiterer Grund, das Vorhaben als "Pioniertat" zu würdigen, sagte Platzeck.

Darüber hinaus bezeichnete er die Solarbranche als "Säule des Wirtschaftswachstums" in Brandenburg. Das Projekt zeige, dass die Solarbranche in Brandenburg eine lebendige Industrie sei. Nach Angaben des Ministerpräsidenten verfügt das Land mit neun Photovoltaik-Modul-Herstellern über die meisten derartigen Firmen in den neuen Ländern. Die Zahl der Solaranlagen im Land stieg von 784 im Jahr 2004 auf 8581 im Juni dieses Jahres.

Als Beispiel für den Zuwachs von Solaranlagen nannte Platzeck neben der Anlage in Luckenwalde das Werk in Senftenberg, wo künftig auf einem ehemaligen Tagebaugelände Solarzellen eine Spitzenleistung von 14,4 Megawatt erzeugen sollen. In Werneuchen im Landkreis Barnim soll in Kürze Deutschlands größter Solarpark entstehen. Die Anlage in Luckenwalde wird am 3. September offiziell eröffnet.

Der Ministerpräsident verwies darauf, dass Brandenburg im Bereich der erneuerbaren Energien bundesweit die Spitzenposition innehabe. Die Auszeichnung mit dem "Leitstern 2008" als bestes Bundesland in diesem Bereich sei "Ansporn, auf dem Weg der ökologischen Industriepolitik unbeirrt weiter voranzukommen", sagte Platzeck. Ende dieses Jahres wird die Auszeichnung von der Agentur für erneuerbare Energien zum zweiten Mal verliehen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Ökostromrechner

    Kabinett segnet Ökostrom-Reform ab

    Wie geht es weiter mit dem Ökostrom-Ausbau in Deutschland? Lange konnten sich Bund und Länder nicht einigen, aber nun hat sich die EEG-Reform auch ihren Weg durch das Bundeskabinett gebahnt.

  • Ende-Mit-Kernenergie

    Energiewende fordert ihren Tribut: RWE und Eon kämpfen

    Die Energiewende ist fünf Jahre nach der Atomkatastrophe voll im Gange. Auf der einen Seite sind erneuerbare Energien auf dem Vormarsch und bringen neue Jobs. Auf der anderen Seite ist mit fossilen Kraftwerken kaum noch Geld zu machen – die großen Energiekonzerne leiden.

  • Hochspannungsleitung

    First Solar plant zweite Solarfabrik in Frankfurt/Oder

    Das US-Unternehmen First Solar mit Sitz in Tempe (Arizona) will seinen Produktionsstandort in Frankfurt/Oder deutlich erweitern. Eine Absichtserklärung zum Bau einer zweiten Fabrik zur Herstellung von Dünnschicht-Solarmodulen wurde am Dienstag in Frankfurt unterzeichnet.

  • Hochspannungsmasten

    Rheinland-Pfalz: 2,5 Millionen Euro für Elektromobilität

    Die Landesregierung Rheinland-Pfalz will in den kommenden drei Jahren 2,5 Millionen Euro in den Aufbau eines rheinland-pfälzischen Netzwerkes für Elektromobilität investieren. Geplant sei in Feldversuch zur Erprobung der Einsatzmöglichkeiten von Elektrofahrzeugen, insbesondere in den Kommunen des Landes.

  • Stromtarife

    Solarbranche erhält neue Millionenförderung (Upd.)

    Die Bundesregierung will ein Sonderförderprogramm für die deutsche Solarindustrie auflegen, von dem vor allem ostdeutsche Hersteller profitieren sollen. Zudem scheint auch bei den geplanten Kürzungen noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht zu sein. Nachbesserungen bei den Subventionskürzungen gelten als wahrscheinlich.

Top