SunFlower

Solar-Pilotprojekt im Darmstädter Orangeriegarten

Der Darmstädter Ökostromversorger NaturPur Energie AG führt in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern ein solares Pilotprojekt durch. Das neuartige Kraft-Wärme-Kopplungssystem "SunFlower" verbindet die regenerative Erzeugung von Wärme und Strom mit Hilfe eines in zwei Achsen nachführbaren Linsensystems.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Darmstadt (red) – Durchgeführt wird das Pilotprojekt in Gewächshäusern der Stadtgärtnerei im Orangeriegarten in Darmstadt. Projektpartner von NaturPur bei diesem bundesweit erstmaligen, rund 97.000 Euro teuren, Pilotprojektes sind die Heppenheimer Sunvention GmbH, die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die FH Darmstadt.

"SunFlower" ist folgendermaßen aufgebaut: Über die Fresnellinsen wird das Sonnenlicht gebündelt und trifft in 20-facher Konzentration auf eine dahinter liegende, mit Wasser gefüllte Glas-Absorberröhre, in der sich die Solarzellen befinden. Das Wasser dient zum einen als Kühlflüssigkeit, um den Wirkungsgrad der Solarzellen möglichst hoch zu halten, und zum anderen als Wärmeträgermedium. Mit dieser innovativen Technologie sei es möglich, Silicium einzusparen, weil durch die gebündelte Strahlungsenergie nur geringere Mengen an Solarzellen erforderlich sind.

Im ersten Schritt wurde im September 2005 ein Sunflower-Modul zur Wärmeerzeugung installiert. In den nächsten Wochen sollen zwei Module zur gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung installiert werden, um die Praxistauglichkeit der Anlage zu testen. Der offizielle Startschuss wird nach Unternehmensangaben voraussichtlich Ende diesen Jahres erfolgen. Bei Erfolg versprechenden Ergebnissen der dreimonatigen Praxistests soll im zweiten Schritt Anfang nächsten Jahres eine leistungsfähige Anlage mit einer Leistung von insgesamt knapp 15 Kilowatt (kWp) in einem neu zu errichtenden Gewächshaus entstehen.

Die Sunvention GmbH liefert und errichtet das Energy Greenhouse einschließlich der SunFlower-Module und sorgt für die elektrische Anbindung an des Netz der NaturPur-Muttergesellschaft HEAG Südhessische Energie AG (HSE) sowie die wärmetechnische Anbindung an die Heizungsanlage der Orangeriegärtnerei. Prof. Dr. Lothar Petry von der Fachhochschule Darmstadt begleitet das Pilotprojekt wissenschaftlich und führt gemeinsam mit Studenten Messungen über die thermische und photovoltaische Energieerzeugung durch.

Das Grünflächen- und Umweltamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt stellt die Gewächshausfläche zur Verfügung, nimmt die erzeugte Wärme ab und führt pflanzenphysiologische Untersuchungen durch. Es wird untersucht, welche Auswirkungen die Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage auf das Mikroklima und auf das Pflanzenwachstum hat.

Die NaturPur Energie AG führt die Projektsteuerung durch und finanziert das Forschungsprojekt, das rund 97.000 Euro kosten soll, wobei das Land Hessen bereits eine finanzielle Unterstützung von knapp 50 Prozent zugesagt hat. Der Rest wird gedeckt durch die Netzeinspeisung der erzeugten Energie, die nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) vergütet wird.

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