Fördersätzekürzung

"Solar - na klar!": Bundeswirtschaftsminister gibt falsches Signal

Die Initiative "Solar - na klar!" kritisiert die Fördermittelkürzung für Solarkollektoren, die Wirtschaftsminister Müller überraschend vorgenommen hat. Das sei keine vernünftige Politik.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Das Bundeswirtschaftsministerium hat gestern die Fördersätze für Solarwärmeanlagen drastisch gekürzt. Schon ab heute erhalten Antragsteller nur noch pauschal 170 Mark pro Quadratmeter Solarkollektor. "Quasi im Handstreich hat Bundeswirtschaftsminister Werner Müller die Förderprogramme verändert und für beträchtliche Verunsicherung unter den Verbrauchern, Handwerkern und Solarfirmen gesorgt. Während Bundesumweltminister Jürgen Trittin sich um eine Einigung auf der Weltklimakonferenz in Bonn bemühte, setzt das Wirtschaftsministerium den Rotstift beim praktischen Klimaschutz an. Wir brauchen eine beständige und berechenbare Förderpolitik, die beim Verbraucher das Interesse an Erneuerbaren Energien fördert. Nur so können die Erneuerbare Energien rasch in den Markt eingeführt werden für mehr Klimaschutz, Öleinsparung und Arbeitsplätze," kritisierte Gerhard Stryi-Hipp, Geschäftsführer des Deutschen Fachverbands Solarenergie (DFS), das Vorgehen. Der DFS ist einer der Träger von "Solar - na klar!", der bisher größten bundesweiten Informationskampagne für die Nutzung von Solarwärme.

Flachkollektoranlagen wurden bisher vom Bund mit 250 Mark pro Quadratmeter Kollektorfläche unterstützt, Vakuumröhrenkollektoren mit 325 Mark pro Quadratmeter. Wurde gleichzeitig der Heizkessel erneuert, gab es vom Bund einen Zuschuss von bis zu 500 Mark. Das Marktanreizprogramm der Bundesregierung hat sich als sehr erfolgreich erwiesen, bilanziert die Initiative. Im letzten Jahr gab es ein Marktwachstum von über 40 Prozent. Für 2002 wird ein Wachstum von 50 Prozent erwartet. "Es ist keine vernünftige Politik, einerseits Bedarf zu wecken und dann den Erfolg nicht mehr sicherzustellen. Die Fördergelder müssen dem Bedarf angepasst werden, damit das Programm reibungslos weiter läuft," forderte Stryi-Hipp. "Die Entscheidung des Bundeswirtschaftsministers kann den Solarzug nicht mehr aufhalten. Doch es besteht die Gefahr, dass das Wachstum deutlich niedriger ausfällt als erwartet."

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